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Kirche in WDR 2 | 28.12.2020 | 05:55 Uhr

Liebe organisieren

Schubladendenken. Wir Menschen lieben es, oder? Schubladen ordnen, machen die Welt einfacher, übersichtlicher, einschätzbarer. Allerdings haben Schubladen im Kopf auch Nachteile, denn sie vereinfachen, verkürzen und verzerren die Wirklichkeit.

Kübra Gümüsay ist eine deutsche Journalistin, Autorin und Netz-Aktivistin. Als gläubige Muslimin trägt sie ein Kopftuch. In ihrem Alltag hat sie schon oft erlebt, wie sie in Denk-Schubladen gepresst wird. Wenn sie zum Beispiel jemand in vereinfachtem Deutsch anspricht. Dann denkt das Gegenüber, sie als Muslimin kann die deutsche Sprache sicher nicht verstehen. So wie Kübra Gümüsay erleben viele Menschen jeden Tag in Deutschland Rassismus. Die Erlebnisse reichen dabei von so einer unbedachten Diskriminierung im Alltag über Hetze im Netz bis hin zu rassistischen Gewalttaten.

Hand aufs Herz, wie oft beurteilen wir selbst Menschen nach ihrem Namen, ihrer Hautfarbe oder ihrer Sprache? Niemand ist gegen rassistisches Denken immun. Denn Rassismus wird über Generationen hinweg weitergegeben. Also kulturell erlernt. Betroffen sind meistens die Menschen, die als NICHT-Weiß wahrgenommen werden.
Im Juni 2020 hat jemand bei einer Demonstration in Los Angeles ein Schild aufgehängt, auf dem stand: "Rassismus ist eine Pandemie". Er gehörte zu der Black Lives Matter Bewegung, die sich gegen Gewalt gegen Schwarze bzw. People of Color einsetzt.

Wenn Rassismus eine Pandemie ist, brauchen wir dringend eine Schutzimpfung gegen das geistige Virus.

Helfen kann, wenn man auf die eigene Sprache achtet und Begriffe vermeidet, die diskriminieren, wie zum Beispiel "Farbige" oder "Dunkelhäutige". Besser sind Bezeichnungen, die sich die Betroffenen selbst gegeben haben, zum Beispiel People of Color oder das stolze „schwarz“ – eben BLACK lives matter.

Helfen kann auch, die eigene Stimme zu erheben, wenn andere im persönlichen Umfeld in Schubladen denken und reden. Rassistischen Bemerkungen widersprechen. Auch im Netz.

Kübra Gümüsay hat es in einem Vortrag auf den Punkt gebracht. Sie fordert: „Wir müssen Liebe organisieren, weil das Schweigen im Angesicht des lauten Hasses ein Zustimmen ist.“ Heißt also: alle Schubladen im Kopf mal öffnen, schauen, was an Vorurteilen so drin ist, und den Mut haben, das eigene Denken aufzuräumen. Diskriminierendes entsorgen und Platz schaffen für Neues. Für die Liebe.

Denn wenn Rassismus eine Pandemie ist, müssen wir die Liebe organisieren.

 

 

Weitere Informationen:

https://kubragumusay.com/ (Zuletzt abgerufen am 14.12.20)

https://www.bpb.de/dialog/netzdebatte/158183/ein-fremdwoerterbuch-kuebra-guemuesay-ueber-ihr-blog, (Zuletzt abgerufen am 14.12.20)

https://www.goethe.de/de/kul/med/20367578.html, (Zuletzt abgerufen am 14.12.20)

https://www.deutschlandfunk.de/kuebra-guemuesay-sprache-und-sein.1310.de.html?dram:article_id=468682, (Zuletzt abgerufen am 14.12.20)

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID146235718.html, (Zuletzt abgerufen am 14.12.20)


Foto: (c) re:publica/Gregor Fischer CC BY 2.0. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“ (US-amerikanisch) lizenziert. https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de 

 

Redaktion: Landespfarrer Dr. Titus Reinmuth

 

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