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Kirche in WDR 5 | 01.07.2021 | 06:55 Uhr

Liebe zu sich selbst

Guten Morgen! „Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.“ In diesem einen Satz fasst Jesus die Vielfalt der Gebote zusammen und greift dabei auf die Hebräische Bibel, das Alte Testament, zurück. Dieses eine Gebot reicht aus. Da steckt alles Wesentliche drin. Damit ist alles Wichtige zusammengefasst.

 

Fragt man Leute, was sie für den Kern des christlichen Glaubens halten, dann antworten viele: Nächstenliebe - das ist es doch, worum es im christlichen Glauben vor allem geht. Die Gottesliebe und die Liebe zu sich selbst, die fallen dabei komischer Weise oft hinten runter. Dabei geht es ja in diesem Gebot nicht nur um die Beziehung zum Nächsten. Sondern auch zu Gott. Und es geht um die Beziehung zu sich selbst. Ja, es geht um eine Balance. Es geht um ein Gleichgewicht. Es geht um dreierlei Liebe. In unterschiedlichen Beziehungen.

 

Selbstliebe wird oft ganz automatisch mit Egoismus gleichgesetzt. Und damit wird die Selbstliebe von vielen Menschen, vor allem in der Kirche, schnell negativ bewertet. Dass das so ist, dafür ist auch die christliche Tradition mit verantwortlich.

 

Christliche Theologen haben immer darauf hingewiesen, dass Menschen dazu neigen, ihr eigenes Wohl auf Kosten anderer durchzusetzen. Und sie haben damit ja auch recht. So ist der Mensch. Aber muss man deshalb das Kind mit dem Bade ausschütten und die Selbstliebe gleich ganz verteufeln?! Und wird hier nicht eine Seite des Menschen überbetont?

Egoismus und Selbstliebe - das soll man nicht verwechseln. Im Gegenteil: Beides muss sorgfältig voneinander unterschieden werden. Egoismus, darunter verstehe ich eine Ich-Zentriertheit, die den Anderen, den Mitmenschen völlig aus dem Blick verloren hat.

Der Egoist kreist nur um sich selbst und ist permanent mit sich selbst beschäftigt.

 

Aber bedeutet das auch schon, dass der Egoist sich liebt, im eigentlichen Sinn des Wortes? Überhaupt nicht! Ständig um sich selbst zu kreisen, das hat wenig mit Liebe zu tun. Das kann ganz leicht zu einer wirklichen Last werden. Und kann Menschen verdammt einsam machen. Also: Egoismus tut nicht gut. Im Gegenteil, er kann sich sogar zerstörerisch auswirken. Auf mich selbst. Und auf die Beziehungen zu meinen Mitmenschen gleich mit!

 

Wer nur um sich selbst kreist, der ist doch in Wahrheit gefangen. Der hat gar nicht die Freiheit, den Mut und die Phantasie, die es dem wahrhaft Liebenden möglich macht, liebevoll zu handeln! 

Egoismus und Selbstliebe sind zweierlei. Es ist an der Zeit, von einer negativen Bewertung der Selbstliebe wegzukommen. Das geht am besten, wenn man sich überlegt, was denn eigentlich Liebe im Wesentlichen ist.

 

Biblisch gesehen ist Liebe schlicht das, was man einem anderen Gutes tut. Sich selbst zu lieben hieße dann: sich selbst etwas Gutes tun. Oder auch umgekehrt: das zu lassen, was einem nicht guttut. 

 

Was das genau ist? Das, liebe Hörerin, lieber Hörer, überlasse ich Ihrer liebevollen Phantasie! Das wissen Sie selbst für sich sowieso am besten!

 

Gott mit ihnen an diesem Tag, das wünscht Ihnen Pfarrer Frank Küchler aus Overath,

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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