Aktuelles

Beiträge auf wdr2 

evangelisch

Kirche in WDR 2 | 30.12.2019 | 05:55 Uhr

Liebeskummer

Das wird schon wieder. Sachte streichelt meine besten Freundin meinen Arm. Ich schluchze. Wir sitzen eine Weile schweigend auf meinem Bett.

Liebeskummer.

Er trifft einen aus heiterem Himmel.

Zwei Leben, die nicht mehr oder noch nie zusammengehört haben.

Es fühlt sich an wie ein Loch in der Brust, etwas, das herausgerissen wird, ganz unwiderbringlich.

Der geliebte Mensch ist nicht mehr da oder er ist da, sucht sein Glück, seine Zukunft, jetzt woanders.

Wie geht man um mit diesem Schmerz?

Ja, es gibt sicherlich viele gute Ratschläge und Tipps von Freundinnen, Freunden, der Familie. Dabei erwische ich mich auch immer wieder selbst.

Und ja, es gibt sogar Ratgeber von Menschen, die mit dem Herzschmerz anderer Leute ihr täglich Brot verdienen.

Doch irgendwie bleibt das alles nur bruchstückhaft.

Und ich frage mich: Wie geht die Bibel eigentlich mit diesem Thema um?

In der Bibel findet sich eine große Anzahl von Geschichten über Liebeskummer, Herzschmerz, zerbrochene Träume und unerwiderte Liebe.

Und trotz des ganzen Kummers ist eines tröstlich:

Gott ist es nicht egal. Er ist da. Unser Kummer bewegt auch ihn. 

So heißt es in einem Psalm: Gott heilt die, die zerbrochenen Herzens sind und verbindet ihre Wunden.

Was für ein wunderschönes Bild.

Ich stelle mir vor, wie Gott mit einem Arztkoffer durch meterhohe Berge aus Taschentüchern steigt.

Wie er auf dem Weg die traurige Musik leiser dreht und sich zu mir auf die Bettkante setzt.

Während ich mich schniefend aufrichte, sieht er mich nur an. Ich beginne zu reden und Gott hört zu.

Er sieht meinen Kummer und vor seinen Augen türmt sich mein Schmerz auf - ebenso hoch wie die Berge von Taschentüchern.

Er weiß von den Streitigkeiten, den bösen Worten und zerbrochenen Träumen.

Aber er hört auch von meinen Fehlern.

Meiner aufbrausenden Art, meinem verzweifelten Klammern, meiner Angst vor dem Alleine-Sein.

Vor Gott kann ich das aussprechen, was ich mich keinem anderen gegenüber traue, zu sagen.

Und das Erzählen ist heilsam.

Um meinen Schmerz legt sich eine Schicht, wie ein Verband, der mein Herz wieder zusammenrückt. Das Loch in meiner Brust wird kleiner.

Ich schaffe es zwischen die verlorene Liebe und mich Gott zu stellen und meinen Kummer an ihn abzugeben. Mein Blick öffnet sich und ich atme erleichtert auf. Was für ein Trost. 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

 

 

 

evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen