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Kirche in WDR 2 | 11.11.2019 | 05:55 Uhr

Loss mer singe


Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja.

Das stimmt natürlich nicht, wenn Sie im Rheinland leben und den Karneval lieben. Dann gehören Sie vermutlich zu denen, die sich heute ne rote Nase anmalen, nen Hut oder ne Perücke aufsetzen und ordentlich feiern gehen.

Und singen. Ich finde ja: das ist das beste am Karneval. Du stehst in einer Kneipe, um dich rum keiner, den du kennst. Dann zwei drei Takte Musik, du wippst mit dem Fuß, hakst dich unter, schunkelst und singst. Die Töne, die du halt kannst. Ob sie ein bisschen schief klingen – egal. Die Wörter, die du aus deinem Gedächtnis kramst. Ob es immer genau die richtigen sind – auch egal. Hück simmer all hehinjekumme. Das allein ist wichtig.

Innerhalb weniger Sekunden schaffen wenige Töne eine ausgelassene und dennoch tiefe Verbundenheit. Das ist Karneval. Wer das erlebt und genießen kann ist ein glücklicher Mensch, finde ich. Ich verbinde mit vielen kölschen Karnevalsliedern jedenfalls magische Momente. Die Samba-Nummer „Kumm loss mer danze“ von den Bläck Fööss habe ich vor Jahren mal bei einer Karnevalsparty mit Freunden in Dortmund aufgelegt. Wieder und wieder. Und es folgte ein endloser Sambazug aller Partypeople durch alle Räume der Wohnung. „Kumm loss mer danze! Die janze Naach bess morje fröh! Kumm loss mer singe! Mir blieve all bess morje he!” Selbstverständlich sind alle geblieben, bis es draußen wieder hell wurde. Ein unvergesslicher Abend. Oder mit der Nummer „Heidewitzka, Herr Kapitän“ haben meine Frau und ich mehr als einmal wenigstens für ein paar Minuten geschafft, meine Schwiegermutter aus der Dämmerung ihrer Demenz herauszulösen. Und ihr noch einmal ein glückliches Lachen entlockt. Auch das: magische Momente.

Ein Lied, was inzwischen zu einer Art Kölner Nationalhymne geworden ist, ist „Unser Stammbaum“ von den Bläck Fööss. Der Text geht ja so: „Ich wor ne stolze Römer, kom met Caesar's Legion. Un ich ben ne Franzus, ich kom mem Napoleon. Ich ben Buur, Schreiner, Fescher, Bettler un Edelmann, Sänger un Gaukler, su fing alles aan.“

Für mich ist jedes Mal Pfingsten, wenn ich das Lied singe. Denn die Bibel erzählt über das Pfingstfest erstaunlicherweise Ähnliches wie die Fööss: Menschen aus aller Herren Länder - Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien und noch viele andere stehen in Jerusalem zusammen. Und obwohl sie alle verschieden sind und eine andere Sprache sprechen, sorgt der Heilige Geist doch dafür, dass sie einander verstehen. Genau wie es im Lied heißt: „Su simmer all he hinjekumme, mir sprechen hück all dieselve Sproch. Mir han dodurch su vill jewonne. Mir sin wie mer sin, mir Jecke am Rhing.“ Das ist der große Traum, der Gewinn von Pfingsten: Verschieden sein dürfen und doch eine Gemeinschaft sein können. Den anderen akzeptieren und seine Beklopptheit aushalten – und doch zusammenstehen. Das ist der Traum, der Gewinn von Karneval: Im Singen und Tanzen spüren, wie schön das ist. Im Karneval volle Pulle Pfingsten erleben.

Das wünsche ich Ihnen heute. So wie es die Bläck Fööss in einem anderen wunderbaren Lied ausgedrückt haben: „Wenn mir Kölsche singe, simmer janz dobei. Weil et öm et Hätz dir dann leichter weed. Jo, wenn mir Kölsche singe, singk selvs d'r Herrjott met.“ Nicht nur an einem Karnevalsmontagmorgen.

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