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Kirche in WDR 4 | 08.03.2019 | 05:55 Uhr

Mach was draus: sei Zukunft

Mach was draus: sei Zukunft

Vor fast 40 Jahren habe ich einmal den Kölner Dom mit besetzt. Für einen Heiligen. Der war damals zwar noch nicht heiliggesprochen, ich aber schon Priester. Und bevor Sie sich fragen, wie ich damals darauf kam, erzähle ich Ihnen lieber mal die ganze Geschichte.

Es war der 20. März 1980. Da stand in El Salvador, in Mittelamerika, Bischof Oscar Romero am Altar und wurde mitten während der Heiligen Messe erschossen. Weltweit hatte dieser Mord nicht nur Katholiken entsetzt. Denn Romero hatte sich in der gesamten Kirche einen Namen gemacht als Stimme der Armen.

Und das, obwohl sein Werdegang einmal ganz anders angefangen hatte: Romero stammte aus der Upper Class und galt durchaus als konservativ, als er Bischof wurde. Zunächst jubelte das Establishment: Einer von uns, der mit der Befreiungstheologie nichts am Hut hat.

Aber als Bischof wurde Romero zu einem, der genau hin sah und genau hinhörte. Die Not der Armen traf ihn ins Herz. Und das hat ihn gewandelt. Nicht mehr nur die Wandlung im Gottesdienst war ihm wichtig, sondern auch der Wandel der Gesellschaft. Und so wurde er doch einer von denen, die für die Armen Partei ergriff. Und auch für die Jugend – in die er legte seine Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Und das alles hat ihm, kurz gesagt, vor 39 Jahren das Leben gekostet.

Papst Franziskus hat Oscar Romero letztes Jahr heiliggesprochen und auch sonst ist Franziskus stark auf Romeros Seite, wenn er von der „armen Kirche für die Armen“ spricht und auch, wenn er die Jugend der Welt immer wieder aufruft, an einer besseren Welt zu arbeiten. Papst Franziskus sucht immer wieder den Austausch mit Jugendlichen, er will ihre Stimmen hören, von ihrem Glauben, aber auch von ihrer Kritik.

Und so ähnlich hatte ich damals auch gedacht, als ich Kaplan war in St. Agnes in Köln. Die Jugendlichen in der Pfarrei waren tief erschüttert vom Tod von Oscar Romero. Und die Idee kam auf, den Kölner Dom zu besetzen, als Zeichen der Solidarität. Also: Gesagt, getan. Flugblätter kopiert, Transparent bemalt und ab in den Dom. Dort haben die Domschweizer natürlich die Polizei gerufen. Mussten die ja. Festnahme, rein in den Gefangenentransporter. "Mich dürft ihr nicht festhalten", hab ich den Polizisten gesagt, "ich habe gleich die Abendmesse". Da es gute Polizisten waren, durfte ich abhauen; und auch die anderen kamen bald frei, es war ja niemandem ein Schaden entstanden. Alle waren nur mächtig stolz, dass die Aktion geklappt hatte. Ob ich die Aktion klug fand, das war mir damals egal. Wichtiger war mir, die Jugendlichen ernst zu nehmen mit ihrer Art, ihre Trauer auszudrücken und mit ihnen zu sein. Denn wenn man die Jugend ernst nimmt, dann muss man manchmal akzeptieren, dass sie andere Wege geht.

Papst Franziskus will eine bessere Welt, mit Hilfe der jungen Menschen. Und das will auch die Misereor-Fastenaktion. Sie wird am Sonntag im Kölner Dom eröffnet, den wir vor fast 40 Jahren besetzet hatten. Dieses Jahr wendet sich Misereor El Salvador zu, dem Land von Oscar Romero. Dort stellen die Jugendlichen über die Hälfte der Bevölkerung. Viele sehen keine Perspektive für ihr Leben. Sind sie die Weggeworfenen der Gesellschaft?

"Mach was draus: Sei Zukunft!" ist das Leitwort der Misereor-Aktion dieses Jahr. Unsere Spenden werden helfen, den jungen Menschen in El Salvador eine Zukunft zu eröffnen.

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