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Kirche in WDR 3 | 09.03.2021 | 07:50 Uhr

Machen Kleider Leute?

Guten Morgen.

 

Was haben Sie heute Morgen angezogen?

Tragen Sie längst wieder Ihr Büro Outfit? Anzug, Hemd, Krawatte oder Kostüm?

Oder doch lieber noch die Jogginghose? Schlabberlook ist ja seit Corona wieder in.

Bequem und gemütlich zu Hause bleiben, Homeoffice – für wen soll ich mich da aufbrezeln? Ins Büro muss ich ja heute immer noch nicht!

Geschäfte bleiben auf ihren Sachen sitzen...

 

Sprecher (Zitat): „Auch vor der Modebranche macht das Coronavirus nicht Halt: Die Schließung von Filialen, die Unterbrechung von Lieferketten und nicht zuletzt der Siegeszug des Home Office zwingen auch die Welt der Mode zum Umdenken.“

(tagessschau.de, Stand: 05.10.2020, zuletzt abgerufen um 06:35h)

 

Autorin: Lese ich in einem Nachrichtenblog. Aber Kleider machen schließlich Leute, sagt doch das Sprichwort! So wie in den USA schon immer zwischen Business- und Casual-Klamotten unterschieden wird. Morgens noch der Anzugträger an der Wall Street, abends in Shorts und Turnschuhen beim Barbecue mit Freunden.

 

Doch Corona verändert auch die Mode. Sich schick machen für ein Fest, adrett im Büro erscheinen, die Krawatte für den Empfang umbinden – all das ist plötzlich gar nicht mehr nötig, weil nicht gefragt. Keine Empfänge, Feiern oder die Büroetage – zu Hause arbeiten ist weiter die Devise und ist sogar offiziell in vielen Firmen erwünscht – auch für die Zeit nach der Pandemie.

 

Das verändert auch die Kleiderfrage. Loungewear, also Jogginghose, Turnschuhe und T-Shirt treten in den Vordergrund. Im Trend liegt bequeme und schmeichelnde Mode aus angenehmen Stoffen, möglichst nachhaltig produziert.

 

Als Jesus geboren wird, kommt er nackt und bloß in einer Futterkrippe in einem Stall zur Welt. Er trägt auch danach Zeit seines Lebens keine Königskrone, keine teuren Gewänder oder Mäntel. Sondern: einfache Sandalen wahrscheinlich und eine Tunika, also einen schlichten Umhang. Wie er zum Thema Kleidung und Konsum steht kann ich aus der Bergpredigt ablesen. Da fragt Jesus: 

 

Sprecher: „Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?“ (Matthäus 6,25, Die Bibel, Luther, 2017)

 

Autorin: Der hat gut Reden, denke ich.

Ohne Nahrung kann ich nicht leben und ohne Kleidung friere ich.

Und außerdem macht es trotz allem ja auch Spaß, sich entsprechend der Gelegenheit zu kleiden und gehört zum guten Ton. Und doch werde ich auch nachdenklich.

Vielleicht ist an den Worten Jesu ja was dran. Der Leib ist mehr als Kleidung.

Ist auch Körper, Seele und Gesundheit. Da sind auch Wunden sichtbar und Narben. Kleine und große Verletzungen, Kratzer und Falten. Alles das gehört zu meinem Leib und Körper. Und ja, ich darf es unter Kleidung und Mode auch verstecken.

Weil ich nicht möchte, dass alle meine Blessuren sichtbar werden.

 

Vielleicht lehrt mich nicht zuletzt Corona schließlich aber auch genau dies:

Für und vor Gott brauche ich mich nicht umzuziehen – vor Gott genügt es, mich so zu zeigen wie ich bin. Ohne Konvention und Kleidervorschrift.

Eben mit meinem ganzen Körper und allem, was sichtbar da ist. Weil eben Leib mehr ist als Kleidung und Mode.

Gerade so wie mir morgens beim Aufstehen zumute ist, darf ich erst einmal in der Welt sein. Mein Platz ist schon da. Egal, ob Krawattennadel oder Jogginghose, teures Businesskostüm oder Hauskleid.

 

Das meint Pfarrerin Christiane Neufang aus Köln.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

 

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