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Kirche in WDR 5 | 11.02.2020 | 06:55 Uhr

Mach’s wie Gott, werde Mensch!

Und? In welches Kostüm schlüpfen Sie dieses Jahr, liebe Hörerin, lieber Hörer? Guten Morgen.

Wie wäre es denn diesmal gegen den Trend mit einem richtigen Looser-Kostüm? Charlie Brown zum Beispiel… oder Clark Griswold.

Höher, schneller, weiter, besser. Der Selbstoptimierungswahn gaukelt uns doch sonst schon genug vor, dass jeder alles schaffen kann. Versagen ist keine Option und wer nicht an sich arbeitet, der ist selber schuld.

Der Fallstrick ist der: Es gibt garantiert immer jemanden, der besser ist – sei es auf dem Partnermarkt, bei der Arbeit oder im Freundeskreis. So setzen sich viele Menschen freiwillig dem Leistungs- und Konkurrenzgedanken einer Gesellschaft aus, die uns keine Ruhe gönnt.

Dabei ist es, wenn es nach Gott geht, ganz in Ordnung, nicht perfekt zu sein. Ich muss nicht ein Übermensch, Titan oder Held sein. Auch wenn ich Harry Potter, Batman, Superman, Wonder Woman, Spiderman und wie sie alle heißen im Stillen bewundere. Deswegen hier noch ein Kostümvorschlag: Gehen Sie doch einfach mal als Mensch.

Ich bin froh, ein ganzes Leben lang Zeit zu haben, ein Mensch zu werden. Das ist Aufgabe genug und auch nicht immer nur leicht. Wenn wir jung sind, dann wollen wir nicht akzeptieren, dass wir an Grenzen stoßen. Sind wir älter, dann werden wir bescheidener. Denn wir wissen mehr vom Leben. Wir sind auf unserem Lebensweg an manche Grenzen gekommen. An die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit, der eigenen Kraft, an die Grenzen der eigenen Geduld.

Und dann: Irren ist menschlich – sagt ein Sprichwort. Auch das gehört zum menschlichen Leben dazu. Manchmal bin ich in eine Sackgasse geraten oder auf einem Holzweg unterwegs. Nur: Es ist gar nicht so einfach, sich das selber einzugestehen. Geschweige denn, anderen gegenüber. Wie gut, dass Mensch-Werden ein Prozess, ein Weg, eine Entwicklung ist. Ich kann auf diesem Weg lernen, mich mit Irrtümern zu arrangieren. Irrtumsfähiger zu werden.

Schließlich gehört es zum Mensch-werden auch dazu, die Aufgaben zu bewältigen, die uns das Leben stellt. Jeder von uns muss seinen eigenen Weg gehen. Das ist ja auch der Weg, den Jesus, der Christus, gegangen ist. Er bleibt nicht das kleine Baby in der Krippe, das seine Patschhändchen nach oben streckt und die Menschen entzückt. Bald schon stellt sich heraus: Der ist anders als die anderen. Er treibt seine Familie zum Wahnsinn, sie können nicht anders, als ihn für verrückt zu erklären.

Er pfeift zum Leidwesen seiner Eltern auf eine bürgerliche Existenz. Zieht mit einer Schar von Anhängern durch die Gegend und ergreift Partei für die, die am Rande sind. Und für die, die aus religiösen Gründen benachteiligt sind. Er legt sich mit den Mächtigen aus Politik und Religion an und durchschaut ihre Spiele. Er macht da nicht mit. Aber am Ende bezahlt er das mit seinem Leben. Weil er sich treu bleiben wollte.

„Ja“ sagen zum Leben als Mensch, darum geht es. Mit Grenzen umgehen lernen, irrtumsfähig werden, den eigenen Weg gehen. Mach’s also wie Gott, werde Mensch!

Gott mit ihnen an diesem Tag, das wünscht Pfarrer Frank Küchler aus Marialinden.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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