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Kirche in WDR 3 | 20.08.2021 | 07:50 Uhr

Mahl halten

Liebe Kumpanen!

Vielleicht wundern Sie sich über diese Anrede: Liebe Kumpanen! Kumpane, das klingt wie Kumpel; wie jemand, mit dem man etwas aushecken will. Doch die Anrede hat schon ihren Sinn. Das Wort kommt von lateinisch „cum“ und „pane“. „Cum“ heißt übersetzt „mit“, und „pane“ heißt „Brot“. Kumpanen sind diejenigen, die miteinander ihr Brot essen, die also Gemeinschaft haben am selben Brot.

Das genaue Gegenteil von den Kumpanen sind die Eigenbrötler. Wer sein Brot alleine isst, wer keine Tischgemeinschaft sucht, wer sein Brot nicht teilen mag, der ist Eigenbrötler. Wer sich absondert und eigenartig wird, wer sein Leben nicht teilen, sich nicht mitteilen mag, der ist Eigenbrötler. Und meint am Ende, er kriegt sein Leben ganz allein gebacken.

In den letzten anderthalb Jahren sind viele zum Eigenbrötler geworden. Cafés und Restaurants hatten immer wieder geschlossen, private Gäste aus anderen Haushalten waren nicht erlaubt. Und so saßen viele allein am Tisch, waren auf sich selbst zurückgeworfen. Denen, die allein leben, ist das besonders schwergefallen. Die anderen hatten ja noch die Mahlgemeinschaft zu Hause, vielleicht sogar ihren „Gemahl“ und ihre „Gemahlin“. In diesen alten Worten schwingt noch mit, dass man beim Mahlhalten nicht nur das Essen teilt, sondern auch Gedanken, Nähe und Liebe, eben das Leben.

Die Bibel erzählt oft vom Mahlhalten. Zwei Mahlzeiten stechen besonders hervor: das Mahl der Fünftausend und das Mahl mit den Zwölf.

Die Menschen hören Jesus lange zu. Nun ist es Abend, und alle haben Hunger. Seine Jünger wollen die Leute schon nach Hause schicken. Doch Jesus sagt: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Ein kleiner Junge bringt fünf Brote und zwei Fische. Jesus betet und teilt. Und alle werden satt. Am Ende sind noch zwölf Körbe voll Brot übrig. Fünftausend Menschen sollen es gewesen sein. Ein wenig Brot reicht für alle.

Am Abend vor dem Karfreitag findet wieder ein Mahl statt. Jesus teilt das Brot und sagt: „Das ist mein Leib für euch.“ Er teilt den Wein: „Das ist mein Blut für euch, das ist mein Leben.“ Er will damit sagen: „Das bin ich für euch. Denkt an mich, wenn ihr Brot und Wein miteinander teilt.“ Am Tag darauf stirbt er am Kreuz. Als er aufersteht, begreifen seine Jünger, dass er mit dem Mahl sich selbst meint. Wenn die Jünger sein Mahl feiern, ist Jesus gegenwärtig.

Zwei besondere Mahlzeiten: Das Mahl der Fünftausend, das Mahl mit den Zwölf. Aus dem ersten entsteht das, was die Kirchen Diakonie nennen oder Caritas: Menschen, die müde und hungrig sind, haben ein Recht darauf, dass jemand mit ihnen teilt. Menschen, die traurig sind, brauchen Trost und Nähe. Wer krank ist, soll Hilfe bekommen. Dienst am Nächsten: Das ist der ganzen Kirche aufgetragen, das ist das Gebot der Stunde für alle.

Aus dem zweiten Mahl, dem Mahl mit den Zwölf, entstand die christliche Liturgie: das Abendmahl, die Eucharistie. Hier geht es um Jesus selbst, um seine Lebenshingabe am Kreuz. Hier wird Gemeinschaft geschenkt, miteinander und mit Gott. Kommunion ist dafür ein gutes Wort dafür, denn Communio bedeutet Gemeinschaft.

Das Brot der Diakonie, das Brot der Fünftausend ist für alle bestimmt. Daran sollen alle Anteil haben. Denn der Dienst am Nächsten kennt keine Grenzen. Das Brot der Eucharistie, das Abendmahl mit den Zwölf jedoch ist für die Freunde Jesu bestimmt. Es ist die Mitte derer, die Jesus wirklich nachfolgen.

Wenn Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, zu den Fünftausend gehören, dann wünsche ich Ihnen, dass Sie Menschen begegnen, durch die Sie Gottes Güte erfahren und auf den Geschmack kommen. Und wenn Sie zu den Zwölf gehören, dann wünsche ich Ihnen, dass Sie offen bleiben und andere auf den Geschmack bringen: Den Geschmack am Leben, am Glauben, an Gott.

Aus Ahaus grüßt Sie Pfarrer Stefan Jürgens

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