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Kirche in WDR 3 | 28.01.2017 | 07:50 Uhr

Mariensamstag

Katholische Traditionen gibt es ja so viele, dass wahrscheinlich die wenigsten hier vom „Mariensamstag“ gehört haben. Aber: so hieß er früher, der Samstag, in katholischen Regionen. Demnach ist der Samstag (bis zum späten Nachmittag) dem Gedächtnis Mariens gewidmet. Der Brauch kam gegen Ende des 8. Jh. in karolingischen Klöstern auf, erfasste bald die Kirche in ganz Europa und wurde dann auch Messbuch aufgenommen. Der fromme Katholik erinnerte sich Samstag für Samstag an die Schmerzen Marias über den Kreuzestod ihres Sohnes, aber auch an ihren Glauben. Ob es so einen wöchentlichen Gedenktag heute noch braucht? Extra einen für die Gottesmutter? Die Abstimmung mit Füßen ist ja schon längst entschieden.

Aber: an Maria ist ja was dran. Finde ich, jedenfalls. Nicht so sehr an der Himmelskönigin, aber an dieser durchaus geerdeten Frau. „Himmelskönigin“ – das klingt süßlich kitschig. Das ist himmelblau mit Goldkante. Das passt nicht zu einem Samstag. Samstag ist ein geerdeter Tag. Jedenfalls da, wo ich herkomme. Und Das passt zu Maria. Denn die war kein Himmelswesen sondern steht für die „Frau aus dem Volk“.

Mit Maria habe ich mich das letzte Jahr über intensiver auseinandergesetzt. Denn Am Niederrhein liegt einer von Deutschlands größten Marien-Wallfahrtsorten, ich spreche von Kevelaer. Vor 375 Jahren kam das sogenannte Gnadenbild nach Kevelaer. Seitdem sind Millionen von Pilgern dorthin gezogen. Und in diesem Jahr, 2017, wird Jubiläum gefeiert. Ich habe mit dem Organisten der großen Wallfahrtskirche aus diesem Anlass ein Musikspiel gedichtet und komponiert. Und dabei habe ich Maria noch mal neu entdecken können. Der Titel war uns schnell klar: „Mensch Maria“ sollte das Stück heißen. Denn:

Es handelt von einem ganz normal-besonderen Menschen, der die wichtigste Nebenrolle in der größten Geschichte aller Zeiten besetzte: Maria ist bei allem, was sie – nach christlichen Glauben – erlebt hat, auf dem Teppich geblieben. Sie ist ein Mensch von nebenan. Ihre Sorgen werden nicht weit von unseren Sorgen entfernt gewesen sein. Es geht um Zukunft, es geht um Glück, es geht um Hoffnungen, Sorgen und Ängste. Mir gefällt diese menschliche Seite Mariens deshalb, weil sie mir zeigt: Gott schreibt seine Geschichte mit dem normalen Menschen von nebenan.

Maria ist vielleicht gerade deshalb für mich ein „Samstagsmensch“. An Samstagen war und bin ich nämlich bis zum späten Nachmittag immer wieder besonders mit Alltäglichkeiten beschäftigt. Straßekehren, Kellerreinigen, mittags der schnelle Eintopf, Autowaschen und Saugen, dann noch den Rasen schneiden. Kurzum: Vorbereitung auf Sonntag. Maria gibt dieses Lebensbeispiel des „Samstagsmenschen“, als ein Mensch von nebenan und erdet so die himmlischen Pläne Gottes mit uns Menschen Umso schöner ist das kleine und verletzbare Marienbild von Kevelaer. Es begegnet den Menschen auf Augenhöhe und nicht auf einem hohen Altar.

Diese Postkarte, das war das Gnadenbild im Grunde damals, die muss eigentlich an einem Samstag nach Kevelaer gekommen sein. An einem Mariensamstag. Mensch, Maria!

Bleiben Sie geerdet, Ihr Bastian Rütten aus Lobberich.

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