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Kirche in WDR 4 | 04.01.2020 | 08:55 Uhr

Mein Bogen in den Wolken

Guten Morgen!

Erinnern Sie sich noch, als im November Venedig unter Wasser stand? Der Markusplatz einen Meter hoch überschwemmt. Kirchen, in denen das Wasser über wertvolle Mosaikböden schwappt. Menschen in Gummistiefeln versuchen, das Wichtigste zu retten.

Solche Bilder erinnern mich immer an die Erzählung über die Sintflut aus der Bibel. Und an Gottes Versprechen, nie wieder mit einer solchen Flut die Erde und die Menschheit zu zerstören.

Aber gilt dieses Versprechen noch in Zeiten des Klimawandels und der hemmungslosen Naturzerstörung, damit riesige Kreuzfahrtschiffe in Venedig anlegen können? Macht es überhaupt Sinn, in der Bibel nach der Lösung für die Probleme unserer Zeit zu suchen?

Erinnern wir uns: Gott will die Menschheit mit einer großen Flut zerstören, weil die Menschen böse sind. Nur der einzige gute und gerechte Mensch, Noah, überlebt mit seiner Familie und vielen Tieren in der Arche.

Doch auch nach der Flut sind die Menschen immer noch schlecht und Gott sieht ein, dass eine solche Strafaktion nichts bringt. Er verspricht, das nicht mehr zu tun. Stattdessen schließt er einen Bund mit allen Lebewesen und den Menschen – für alle kommenden Generationen. Und er gibt ihnen ein Zeichen mit. Am Regenbogen sollen sie erkennen, dass Gott sie nie wieder der Flut preisgeben will.

Ein alter Text. Es gibt noch viel ältere, ähnliche Texte, die nicht in der Bibel stehen. Vor 4000 Jahren sind andere Sintflutgeschichten entstanden, in Mesopotamien. Das ist ein Gebiet, das heute hauptsächlich aus dem Irak und weiten Teilen Syriens besteht. In diesen Texten schicken die Götter auch eine Flut, um die Menschheit zu vernichten. Aber aus einem anderen Grund: Die Menschen sind immer mehr und immer lauter geworden und die Götter wollen so den Lärm wieder beenden. Nur ein einziger Mensch kann (wie Noah) von einem der Götter gerettet werden.

Diese Texte aus Mesopotamien sind seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Heute weiß man, dass die Texte der Bibel später entstanden sind als sie. Und dass die biblischen Schreiber diese mesopotamischen Texte als Vorlage genommen haben. Sie haben sie abgewandelt und weiterentwickelt. In der Bibel sind die Menschen nicht einfach zu laut und irgendwelche Götter vom Lärm gestört. Sondern hier wird grundsätzlich die Frage nach dem Wesen des Menschen thematisiert. Die Geschichte von der Sintflut aus der Bibel zeigt den einen und einzigen Gott, der mit der Schlechtigkeit dieser Menschen leben lernt, sie aushalten lernt, statt sie immer wieder zu vernichten. Der Regenbogen ist das Zeichen dieser Bereitschaft Gottes, uns Menschen auszuhalten und uns schlussendlich zu vergeben.

Auf Gottes Vergebung können wir uns also weiterhin verlassen, wenn wir den Regenbogen in den Wolken sehen.

Um die anderen Probleme, den Klimawandel, die Folgen von Profitgier und Naturzerstörungen wie in Venedig, müssen wir uns schon selber kümmern. Das haben wir verursacht und darum müssen wir auch handeln. Und zwar schnell.

Ihre Mareike Heidenreich aus Münster. 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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