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Kirche in WDR 3 | 10.09.2020 | 07:50 Uhr

Menschlichkeit - jetzt!

Guten Morgen.

Die Bilder von den schutzsuchenden Frauen, Männern und Kindern im brennenden Flüchtlingslager von Moria machen mich wütend. Wir haben sie gestern in den Nachrichten gesehen. Jetzt ist Schluss. Jetzt ist Zeit zu handeln. Jetzt!

Seit Jahren schaut die Öffentlichkeit ab und an auf das Elend in Moria, aber es ändert sich bislang nichts. Kinder, Männer und Frauen, aus unmenschlichen Lebensverhältnissen geflüchtet, leben in einem europäischen Land ohne Perspektive in menschenunwürdigen Verhältnissen. Dabei gibt es europäische Länder, die die schutzsuchenden Menschen aufnehmen wollen und können – doch bis zum heutigen Tag scheitert die Verteilung regelmäßig.

Und der Europäischen Union ist es trotz vielfacher Warnungen – auch aus unseren Kirchen - nicht gelungen, die Eskalation der menschenunwürdigen Situation in dem Lager zu verhindern. Nun herrschen dort auch Corona und Quarantäne.

Als Evangelische Kirchen unterstützen wir seit langem jedes Bemühen, humanitäre Lösungen zu finden für die Menschen in dem Flüchtlingslager Moria. Seit Jahren ist es so überfüllt, dass Ärzte und Helfer die Situation als katastrophal einstufen. Als Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) weise ich immer wieder darauf hin, dass das Thema Flucht ein Weltproblem ist - und ein abgestimmtes europäisches Handeln bei der Aufnahme von Geflüchteten dringend notwendig, ja überfällig ist.

Gemeinsam mit anderen leitenden Geistlichen unserer Kirchen in Deutschland bin ich der Meinung: „Es muss endlich gehandelt werden. Wir bitten die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, umgehend eine europäische Lösung für die Verteilung der Schutzsuchenden auf aufnahmebereite Länder zu finden. Wir erwarten vom Bundesminister des Innern, sich den Angeboten von Bundesländern und Kommunen, Geflüchtete aus den griechischen Lagern aufzunehmen, nicht länger zu widersetzen. Unsere Unterstützung sagen wir zu.“ ( 1 )

Versucht die Kirche hier Politik zu machen, wenn sie sich so deutlich zu Wort meldet? Sollte sie nicht lieber bei ihren Leisten bleiben? In dem Leitwort für diese Woche aus der Bibel, dem Glaubens- und Lebensbuch der Christenheit, wird ein Wort Jesu zitiert: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40b) Für mich ist klar: Wir dürfen keinen Menschen aufgeben. Wir dürfen niemanden sich selbst überlassen. Wir sind Lobbyisten der Menschlichkeit. Eine Menschheitsfamilie.

Davon bin ich überzeugt. Ihr Präses Manfred Rekowski aus Wuppertal.

( 1 ) https://www.ekd.de/evangelische-bischoefinnen-und-bischoefe-appellieren-58707.htm

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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