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Kirche in WDR 5 | 06.02.2020 | 06:55 Uhr

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Heute vor einer Woche war ich dabei in Frankfurt, als der synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland gestartet ist. Ich bin eine von den 230 Entsandten, die ab jetzt in den kommenden zwei Jahren über die Herausforderungen der katholischen Kirche von heute hierzulande beraten werden. Und als ich dazu berufen worden bin, wurde ich gebeten, mich auf ein Spezialthema festzulegen. Meine Wahl fiel auf „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“. Denn das finde ich aus unterschiedlichen Gründen spannend. Nicht zuletzt, weil ich da im vergangenen Jahr eine für mich sehr wichtige Fortbildung mitgemacht hatte. Da ging es um Facilitation – Wandel durch Beteiligung. Das englische Wort Facilitation steht für „Ermöglichung“. Ich ging da hin und dachte, ich bekomme ein paar Tipps für meine Arbeit als Gemeindereferentin. Vor allem für die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen. Denn davon lebt ja die Kirche, dass sich Menschen für ihren Glauben einsetzen. Kurz: ich dachte – ich bekomme viel Praktisches mit. Umso mehr war ich überrascht, dass es nicht nur um konkrete Arbeitsweisen ging, sondern darum, sich selbst zu wandeln, eine neue, andere Haltung einzunehmen, mit der ich Menschen begegne.

Das erste, was wir dazu in der Fortbildung lernten waren drei Grundannahmen.

Erstens: Das Wissen steckt in der Welt: Das Potenzial, das Wissen, ist schon da. Als Ermöglicherin muss ich das nicht hinbringen, sondern es bei den Beteiligten „zum Leuchten bringen“, so haben das die Leiterinnen der Fortbildung gesagt. 

Zweitens: Menschen möchten Verantwortung übernehmen und etwas Sinnvolles tun. Das bedeutet für mich als Ermöglicherin, dass ich die Menschen genau darin ernst nehme und fördere.

Und drittens: Jede/r gibt sein/ihr Bestes – immer. Das heißt: Menschen handeln mit den besten Fähigkeiten und Möglichkeiten, die ihnen im Moment ihres Handelns zur Verfügung stehen. Vielleicht hätten sie in einem anderen Moment anders gehandelt, aber in dem einen Moment war es das Beste, was sie geben konnten.

Allein diese drei Grundannahmen haben in mir schon eine Wandlung bewirkt. Denn ich schaue nun ganz anders auf die Menschen mit denen ich zusammenarbeite. Wenn ich annehme, dass in ihnen Wissen und Potential steckt, wenn ich annehme, dass sie Verantwortung übernehmen und Sinnvolles tun wollen, und wenn ich annehme, dass sie immer ihr Bestes geben, dann muss ich auch anders mit ihnen umgehen, dann muss ich sie einbeziehen in Entscheidungen, in Entwicklungsprozesse, in Planungen, und so weiter.

Und genau das erhoffe ich mir auch für den großen Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland: Dass wir nach 2 Jahren aus dem Synodalen Weg gewandelt hervorgehen und die Gläubigen anders und mehr einbeziehen. 

Mehr Partizipation und weniger Machtausübung – das wünscht sich Marie-Simone Scholz aus Oerlinghausen.

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