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Kirche in WDR 2 | 06.07.2020 | 05:55 Uhr

Ich gebe alles

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Und als ich heute Morgen in den Spiegel schaue merke ich wieder mal, wie viel Ähnlichkeit ich doch mit meinen Eltern habe. Kann sein, dass mir das jetzt auffällt, wo ich älter werde. Finde ich auch gar nicht mehr so schlimm wie früher. Ok, als Jugendlicher gings ja darum, sich möglichst stark von denen zu unterscheiden. Bloß nicht so spießig und langweilig sein wie sie! Ist ja auch normal.

Je älter ich werde, desto milder schaue ich zum Beispiel auf meinen Vater. Auf seine Sehnsucht nach Stille und Zurückgezogenheit. Habe Verständnis für sein Schweigen, das mir als Jugendlicher manchmal auf die Nerven ging, aber das ich heute auch bei mir beobachte. Wenn mir das Sirren der vielen Stimmen im Alltag zu viel wird. Seine Liebe zur Natur und zum Garten, die sich inzwischen auch bei mir wieder meldet. Oder meine Mutter: Voller Faszination erinnere ich mich zum Beispiel an ihren sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln. Ihre Gabe, aus wenig viel zu machen und ihre Zufriedenheit und ihr Glück am Wenigen. Und merke, wie zufrieden ich bin, wenn mir das gelingt.

Kommt ein Kind auf die Welt geht das Sinnieren ja schon los: Auf wen kommt es? Was hat es vom Papa mitbekommen? Hoffentlich nicht die großen Ohren. Lieber die Liebe zur Musik. Und von der Mama? Eindeutig das schön geschwungene Kinn! Guck doch mal. Die Augen! Und bestimmt ihre Zielstrebigkeit und Konsequenz!

Verblüfft stelle ist fest: Je älter ich werde desto häufiger denke ich an meine Eltern. Und daran, dass ich gewissermaßen auf ihren Schultern stehe. Während meine Eltern wiederum auf den Schultern ihrer Eltern gestanden haben. Und die wieder auf denen ihrer Eltern. Hoffentlich haben sie das, denn es gibt – absolut - auch die andere Eltern-Kind-Erfahrung: Nämlich die, lästig und ungeliebt zu sein. Na klar. Reden wir nicht drum herum.

Denen wünsche ich, dass es so was wie Ersatzschultern gegeben hat, auf die sie sich stellen konnten. Oder wenigstens hin und wieder einen Arm drumlegen. „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“ Was passiert mit einem Kind, wenn es einen solchen Satz von den Eltern hört? Die Bibel erzählt, dass dieser Satz aus dem Himmel gesprochen worden ist, als sich Jesus taufen ließ. Auch wenn es nicht da steht: ich finde, beim Lesen stellst du dir vor, wie Jesus sich aufrichtet und sofort zwei Köpfe größer wird. Liebe und Wohlgefallen – das bedeutet ja, ein Kind spüren zu lassen: Ich lege alles von mir in dich rein. In einem Satz: Ich gebe alles.

Nicht nur das schöne Kinn, die Liebe zur Musik und meine Zielstrebigkeit.

Mit dieser Erfahrung kann ein Leben beginnen. Oder die Woche. Ich gebe alles für dich – das wünsche ich ganz besonders an diesem Montagmorgen.

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