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Kirche in WDR 3 | 26.01.2019 | 07:50 Uhr

Müslitag

Es ist Samstag. Bei uns in der Kinderdorffamilie bedeutet es immer Folgendes: morgens gibt es Müsli zum Frühstück. Deswegen hieß der Samstag bei den Kindern lange „Müslitag“. Nach dem Frühstück werden alle Kinderzimmer gründlich aufgeräumt – mal die Schubladen sortieren, die Regale abwischen und aufräumen, die Puppen wieder anziehen und das Playmobil oder Lego an die richtigen Stellen legen. Dann noch eine Aufgabe für die Allgemeinheit machen – Flur saugen, Bad oder Toilette putzen, Hühner versorgen. Wenn dann auch noch die Schuhe geputzt sind, kann der gemütliche Teil des Samstages beginnen: das gemeinsame Kochen, Spielen, Basteln, einen Ausflug machen und – ganz wichtig – den Filmabend genießen. In der Woche wird bei uns nicht viel Ferngesehen. Aber jeden Sonnabend ist ein anderes Kind dran, einen Film auszusuchen. Einen, den es selber gerne hat. Mit Chips und anderen Leckereien sitzen wir dann gemeinsam vor dem Fernseher und genießen den Wochenabschluss. Der Sonntag kann kommen. Ein Tag, an dem dann nichts geputzt oder geräumt wird.

In meiner Kindheit gab es Samstage, an denen Schule war. Keine gute Sache, meiner Meinung nach. Das ganze Gefühl von Wochenende war dadurch kaputt gemacht. Wahrscheinlich geht es allen Leuten so, die auch am Samstag arbeiten müssen. Den Verkäuferinnen und Verkäufern aus den Geschäften, die manchmal sogar noch bis 22 Uhr im Laden stehen müssen. Den Menschen in sozialen oder medizinischen Berufen, die keinen regelmäßigen Rhythmus einer 5-Tage-Woche haben. Den Arbeiter in den Fabriken, die auch am Wochenende ihre Produktion nicht einstellt und, ja, den Menschen im Fernsehen oder Radio. Und sicher habe ich noch Berufsgruppen vergessen. In Amerika, habe ich mir sagen lassen, ist es sogar noch üblicher, dass der Samstag ein ganz normaler Arbeitstag ist.

Ich bin mit meiner Kinderdorffamilie in der glücklichen Lage, dass wir einen schulfreien Samstag haben, ohne offizielle Termine vom Kinderdorf aus oder sonstigen Einrichtungen. Und jetzt im Winter ist auch die Saison von irgendwelchen Sportfesten und –läufen im Winterschlaf, so dass wir uns geruhsam dem Ordnen der Woche widmen können.

So: wie auch immer sie den heutigen Samstag verbringen, denken sie daran, dass ein Rhythmus im Leben uns Menschen gut tut. Wir brauchen solche Tage, wie sie für mich der Samstag sind. So wie ich auch Sonntage brauche. Eben Tage für…. Unser kalendarischer Wochenrhythmus kann uns dabei helfen.

Schauen sie heute an diesem Samstag doch mal, was ihnen heute noch wichtig ist zu tun. Damit sie sich morgen, am Sonntag, die Erlaubnis geben, nur das zu machen, was sie wirklich wollen und was ihr Leben zur Ruhe kommen lässt. Und wenn sie arbeiten müssen, dann machen sie einfach einen anderen Tag zum Samstag. Aber achten sie auf einen Rhythmus in ihrem Leben.

Ihre Sr. Jordana Schmidt von den Dominikanerinnen von Bethanien in Waldniel

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