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Kirche in WDR 2 | 17.09.2019 | 05:55 Uhr

Muss nicht allen schmecken

Dinkelgrütze. Muss mir nicht schmecken. Eine Tasse Dinkelschrot mit Hühnerbrühe, gewürfelten Zwiebeln, Salz, Butter, einer Handvoll Kerbel und Dill aufkochen. Muss mir nicht schmecken. Muss aber für alles Mögliche gut sein, vor allem für einen warmen Körper und rechtes Gedeihen von Fleisch und Blut. So hat es vor über 800 Jahren die Heilige Hildegard von Bingen beschrieben. Und bei ihr gibt es noch eine Menge mehr Rezepte und Tipps zum gesunden und vitalen Leben. Und darauf schwören heute wahrscheinlich mehr Leute als zu ihren Lebzeiten.

Und klar: Auch heute gibt es genug, die von Hildegard und Co. nicht viel halten. Aber: Zu ihrer Zeit ging die Ordensfrau vom Rhein ziemlich wissenschaftlich an das Thema heran. Hildegard war eine Universalgelehrte, die sich als solche auch in viele Diskussionen und Streitigkeiten selbst mit König und Papst einmischte.

Hildegard hat die Männer-Priester an ihre Pflichten gegenüber den Gemeinden erinnert – ohne Blatt vorm Mund. Und um Krieg abzuwenden hat sie dem König sogar mit dem Eingreifen von Gott selbst gedroht – ihr O-Ton: „Gott spricht – Trotz vernichte ich, und den Widerspruch von denen, die mich gering schätzen, zerstöre ich ... Höre das, o König, wenn du leben willst. Sonst wird dich mein Schwert treffen.“ Ziemlich drastisch.

Hat König und Papst sicher nicht geschmeckt, besonders weil es eine Frau war, die sie so anging. Möchte nicht wissen, wie damals über Hildegard gelästert wurde. Heute dagegen wird sie als große Deutsche und als Lehrerin und Prophetin in der Kirche geschätzt.

Hildegard hat das Wort ergriffen – egal, ob gelegen oder ungelegen.

Solche Hildegards gibt es auch heute. Die heißen nur anders. Und mir scheint, sie werden mehr und mehr. Frauen, die mit drastischen Worten auf das Versagen der Mächtigen aufmerksam machen. Das sind die Prophetinnen dieser Zeit. Und eine der bekanntesten hat gesagt: „Ich will, dass ihr handelt, als wenn euer Haus brennt, denn das tut es. ... Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre.“ Klar, das kommt von Greta Thunberg, der 16-jährigen Schwedin, die bis vor gut einem Jahr noch kaum jemand kannte. Greta erntet Respekt und Anerkennung, aber auch jede Menge Spott, sogar Hass. Besserwisserei wie Dummheit wird ihr unterstellt. Und dass Greta konsequent ist in Sachen Klimaschutz – also: vegan leben, nicht fliegen, Energie sparen, wo es geht – da lachen einige drüber.

Was Greta Thunberg mir da auftischt, muss mir nicht schmecken. Aber ihr Anliegen, dass es um unsere Welt ernst bestellt ist, das muss sich jeder mal auf der Zunge zergehen lassen.

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