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Kirche in WDR 5 | 10.07.2020 | 06:55 Uhr

Nachfolge

 

Ich glaube nicht an Zufälle. Ich glaube, dass Dinge, die manchmal komplett unabhängig voneinander passieren, gesammelt einen Sinn ergeben können. Und in der vergangenen Woche habe ich etwas erlebt, dass mich in diesem Glauben bestärkt. Es ist eine Geschichte, die ich Ihnen gerne erzählen möchte.

Wir hatten einen Handwerker bestellt. Der sich die Holzplatten auf unserer Terrasse anschauen sollte. Denn die quietschen und knarren und haben sich über die Jahre verformt. Der Handwerker kam, schaute sich alles an. Ein Mann mittleren Alters, sympathisch, unauffällig. Er gab Tipps und machte einen Kostenvoranschlag. Soweit so normal.
Aber kurz bevor er sich verabschiedete, passierte etwas Merkwürdiges. Er begann etwas aufzuschreiben und drückte mir einen Zettel in die Hand mit den Worten: „Das hier ist für Sie.“ Ich begann den kurzen Text zu lesen, es war ein Bibelzitat. Darin ging es um einen Segen für dieses Haus, und darum, dass man sich nicht fürchten muss, wenn man auf Gott vertraut.

Ich war irritiert. Sowas war mir bisher nicht passiert. Und ich muss zugeben: Es fühlte sich seltsam an, dass ein Fremder ganz unerwartet so ein – ja, Glaubenszeugnis – vor mir ablegt.
Ich bedankte mich freundlich, wir verabschiedeten uns und er ging. Noch lange dachte ich über diese befremdliche Situation nach und behielt das Bibelzitat.

Einige Tage später. Ich las zur Vorbereitung auf diese Radiobeiträge das Tagesevangelium vom heutigen Freitag. Ein düsterer Text, aus dem Evangelium nach Matthäus. Jesus spricht darin zu den Aposteln. Er sagt: „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.“
Dieser Vers ist Teil der sogenannten Aussendungsrede. Jesus bereitet hier die Jünger auf das vor, was sie erwartet, wenn sie seine Botschaft weitertragen. Und er macht ihnen sehr klar: Das wird kein Spaziergang. Das ist kein Weltverbesserungstrip, den sie da vor sich haben. Nein, Jesus sagt: Ihr werdet an den Türen abgewiesen werden, wenn Ihr von mir erzählt, Leute werden Euch auslachen, Sie werden Euch nicht ernst nehmen und viele werden euch als Sonderlinge abstempeln.

Und mir wird klar: Ich bin die auf der anderen Seite gewesen. Gut, ich habe den Handwerker nicht abgewiesen oder ausgelacht, als er mir den Bibelspruch gab. Aber ich fand die Situation ziemlich komisch. Im Grunde aber hat er es gemacht wie es im Evangelium steht. Er hat mit seinem Glauben nicht hinterm Berg gehalten, sondern hat mir ein Stück davon in die Hand gegeben. Verglichen mit mir, hat er sich ganz schön weit aus seiner Komfortzone rausgewagt.

Nachfolge. Das ist nicht einfach. Das bedeutet: Mutig sein, Stellung beziehen. Und es bedeutet auch: Offen sein für diejenigen, die das wirklich durchziehen.

Einen guten Tag wünscht Ihnen Verena Tröster aus Köln.

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