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Kirche in WDR 2 | 18.02.2021 | 05:55 Uhr

Nahtod

Seit ein paar Jahren lässt mich das Thema nicht los. Ich hab mehrere Bücher dazu gelesen und immer mal wieder schaue ich mir Berichte an, in denen Nahtoderfahrene interviewt werden und von ihren Erfahrungen erzählen.

Ich weiß, dass ein Theologie-Professor in Kiel das Thema erforschen will, mit dem will ich mich auch noch irgendwie vernetzen.

 

Es gibt Menschen, die haben da was erlebt, was sie wirklich absolut nachhaltig beeindruckt: Absolute, unvorstellbar große und bedingungslose Liebe, in die sie eingetaucht sind – davon erzählen sie. Für einige war ihre Nahtoderfahrung so intensiv und so tiefgreifend, dass die danach ihr ganzes Leben verändert haben. 

Und das, was diese Menschen über ihre neu gewonnene Spiritualität und ihr verändertes Gottesbild sagen, finde ich extrem interessant.

Von einer Frau, die tatsächlich mehrere Nahtoderfahrungen gemacht hat, weiß ich zum Beispiel, dass sie mit solchen Gottesbildern überhaupt nichts mehr anfangen kann, die so wie antike oder mittelalterliche Königsvorstellungen daherkommen. Dieses Oben-unten-Denken, also alle Vorstellungen, Gott sei ein Hierarchie-verliebter Herr, der möchte, dass man sich vor ihm klein macht oder niederwirft, … das passt überhaupt nicht mit ihrer Erfahrung zusammen. Sie hat das – wie vermutlich viele Menschen – alles mal irgendwann als Kind im Reliunterricht oder so gelernt – ja, aber ihre Erfahrung, die sie gemacht hat, passt dazu überhaupt nicht.

Und ich finde: Man muss keine Nahtoderfahrung gemacht haben, um mit diesem Gottesbild nichts mehr anfangen zu können. Viele Menschen, mit denen ich in meiner Gemeinde zu tun habe, ticken da ähnlich.

Und – by the way – Jesus selbst hat da auch einen anderen Vorschlag für uns. Im Vaterunser zum Beispiel benutzt er als Anrede für Gott den Kosenamen, mit dem normalerweise ein kleines Kind den Vater anspricht, also „Papa“ oder „Papi“.

Da geht’s wohl auch um die Vorstellung, dass uns Gott liebt.

 

Gott braucht mein Kleinsein nicht. Meinem Gott tue ich keinen Gefallen, wenn ich mich vor ihm niederwerfe. Er will auch nicht „Herr“ oder „Herrscher“ über mich sein.

 

Ich finde auch: Solche Hierarchie-Systeme sind anfällig für eine fürchterliche Nebenwirkung:

Das Buckeln und das sich Verbeugen „nach oben“ fördert eben auch schlimmstenfalls ein Verachten und Treten nach denen, die ich in meiner Vorstellung eben in dieser Hierarchie unter mir einordne.  

 

Und genau das widerspricht vollkommen dem, was meines Erachtens für meinen Glauben wesentlich ist:

Nicht verachten, nicht treten.

Nicht denken, besser oder über jemand anderem zu stehen.

 

Das wiederum bestätigen auch die Menschen, die diese besonderen Erfahrungen an der Schwelle des Todes gemacht haben. Viele von ihnen haben grenzenlose Liebe und ganz tiefe Verbundenheit und „Einheit“ erlebt und genau das ist für sie nun das Maß aller Dinge.

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