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Kirche in WDR 2 | 30.11.2020 | 05:55 Uhr

Nicht vom Brot allein

Als Familie einmal am Tag zusammen essen. Das ist meinen Eltern immer wichtig gewesen.

Bei manchen dieser Abendessen ist es hoch hergegangen. Wir haben viel diskutiert, auch gestritten, aber wir sind jeden Tag wieder zusammengekommen. Wenigstens am Tisch beim Essen.

Jetzt, wo ich schon länger nicht mehr zu Hause wohne, fehlt mir das manchmal: Diese vertraute Gemeinschaft, wie es sie – im Bestfall – in der Familie gibt.

 

In der Bibel geht es ganz viel ums zusammen Essen und Jesus hat sich wirklich mit jedem an einen Tisch gesetzt.

Für ihn war das ein Zeichen von: So sieht Gottes neue Welt aus. Reich oder arm, angesehen oder außen vor, besonders gläubig oder eher nicht – in Gottes neuer Welt ist das egal. Denn hier schaut keiner mehr auf die Unterschiede, auf das, was trennt, sondern alle sitzen zusammen an einem Tisch.

 

Dass dieses Bild nicht nur eine Wunschvorstellung bleibt, sondern tatsächlich auch heute gelebt wird, zeigen Projekte aus London und Pittsburgh in den USA.

So gibt es in Pittsburgh ein Restaurant mit dem Namen „Conflict Kitchen“, in dem nur Speisen aus Ländern serviert werden, mit denen die USA in Konflikt stehen. So zum Beispiel Speisen aus dem Iran, Afghanistan, Nordkorea oder Palästina.

In London gibt es ein Restaurant, das von den Sterneköchen Jotam Ottolenghi und Sami Tamimi geführt wird. Beide stammen aus Jerusalem, jedoch ist der eine im jüdischen Westviertel und der andere im muslimischen Ostviertel der Stadt aufgewachsen.

Der Konflikt zwischen den zwei Kulturen, so sagen es beide, ist nicht nur ein politischer Konflikt, sondern betrifft alle Lebensbereiche und somit auch das Essen.

In ihrem gemeinsamen Restaurant servieren sie daher Speisen aus der Stadt Jerusalem. Denn die Jerusalemer Küche, so die beiden Köche, ist durch ihre Geschichte weder arabisch noch jüdisch, sondern multikulturell und somit kann man gar nicht sagen, welches Essen welcher Tradition entspringt. Also können sich Juden und Muslime gut annähern, wenn sie gemeinsam essen und an einem Tisch sitzen.

Wenn ich von solchen Restaurants höre, dann bekomme ich nicht nur Hunger, sondern ich werde auch richtig neugierig. Stimmt schon: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. So heißt es schon in der Bibel.

Zum Essen gehören eben auch Gemeinschaft und der Blick über den Tellerrand.

 

(1) https://de.qantara.de/inhalt/conflict-kitchen-kulinarische-voelkerverstaendigung (letzter Abruf: 30.10.20;10:06 Uhr)

Redaktion: Landespfarrer Dr. Titus Reinmuth

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