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Kirche in WDR 4 | 26.09.2020 | 08:55 Uhr

Nicht vom Brot allein

Guten Morgen!

 

Haben Sie heute schon gefrühstückt? Und war es Müsli? Oder schmieren Sie sich morgens ein Brot? Brot spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Angeblich gibt es ja nirgends auf der Welt solch eine Vielfalt und Qualität wie in Deutschland.

Und da lese ich in der Bibel: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Diesen Satz spricht übrigens der Teufel zu Jesus. Jesus war in der Wüste und hatte schon 40 Tage und 40 Nächte lang gefastet. Und genau dann sagt der Teufel zu ihm: „Wenn du der Sohn Gottes bist, dann kannst du doch den Steinen sagen, dass sie zu Brot werden sollen.“

Das ist ja nun wirklich eine Versuchung. Ich habe hier und da im Leben schon einmal sieben Tage lang gefastet; also ganz auf Nahrung verzichtet. Da will ich mir gar nicht vorstellen, wie sich das nach 40 Tagen anfühlt. Wieviel Elend könnte verhindert werden, wenn das ginge: aus Steinen Brot machen. - Viele Geschichten in der Bibel erzählen von der Bedeutung des Brotes. In den Psalmen wird mehrfach dafür gedankt.

Das Volk Israel brauchte Brot, um nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste zu überleben. Manna hieß es und war eine ganz wundersame Nahrung vom Himmel – die allerdings immer nur für einen Tag haltbar war.

Im Neuen Testament schließlich bringt Jesus das Brot mit sich selbst in Verbindung. „Ich bin das Brot des Lebens“, sagt er im Johannes-Evangelium. „Und wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ Da ahnen wir, was das bedeutet: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“

Das Brot ist eng verbunden mit Jesus. Nicht nur beim Abendmahl, nicht nur symbolisch. Er nutzt es auch ganz lebenspraktisch, wenn er eine große Menschenmenge mit fünf Broten sättigt, wie bei der berühmten Speisung der 5.000. In der Geschichte spielt übrigens beides zusammen - Jesu Sorge um Leib UND Seele der Menschen.

Ich meine, das ist Auftrag für uns alle: Die tägliche Grundversorgung muss für jeden und jede gewährleistet sein. Aber dann gibt es eben noch mehr: Bildung, Kultur, Sport, Liebe und eben die Religion. Der Mensch sucht Anregung und Sinn über seinen Alltag hinaus. Nicht umsonst sprechen wir auch von „geistiger Nahrung“.

Jesus verspricht, dass Menschen im Glauben solche Nahrung finden. indem sie beten, in der Bibel lesen, füreinander da sind. Das alles kann durchs Leben tragen.

Ein bisschen wie in der Geschichte von dem alten Arzt: Als dieser schwer erkrankt, bringt ein Freund ihm zur Stärkung ein Stück Brot.

Dem Arzt aber fällt die Nachbarfamilie mit der kranken Tochter ein. Also gibt er das Brot weiter. Die Nachbarn aber schenken das Brot einem bedürftigen Flüchtling. Der gibt es wiederum seinem Sohn, der mit seinen Kindern im Keller wohnt.

Der Sohn wiederum erinnert sich an den Arzt, der ihn einmal kostenfrei behandelt hatte. Und so landet das Brot schließlich wieder bei dem kranken Arzt.

Der sagt: "Wenn es das noch gibt, dass Menschen ihren letzten Bissen miteinander teilen, mache ich mir keine Sorgen um uns alle. Dieses Stück Brot hat viele Menschen satt gemacht, ohne dass einer davon gegessen hat.“

Der Mensch lebt eben nicht vom Brot allein, sondern auch von jedem guten Wort und jeder guten Tat, die ihm geschenkt wird.

 

Einen guten Tag wünscht Ihnen,

Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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