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Kirche in WDR 4 | 11.01.2021 | 08:55 Uhr

Oh, wie schön ist Panama

Sprecher: „Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst.“ (1)

 

Autorin: Guten Morgen.

Z u H a u s e. Da war ich letztes Jahr viel. Viel zu viel. Und ich muss noch durchhalten. Meine Wohnung ist mir sehr eng geworden. Mir geht’s wie vielen: Ich verreise so gerne. Und ich hatte so großartige Pläne. Ich wollte für einige Wochen nach Indonesien fliegen und dort meine Frau besuchen, die da gearbeitet hat. Ich wollte nach Israel fliegen. Ich wollte einen Jiddisch-Kurs in Berlin machen und Fortbildungen in Erfurt und Weimar und Wittenberg. Und einfach mal so nach Paris und über den Öresund. Ach, eigentlich saß ich ständig auf dem gepackten Koffer und ständig musste ich ihn wieder auspacken.

 

Immer dabei beim Packen – schon seit Kindertagen. Mit dabei bis heute – bis zu diesem denkwürdigen vergangenen Jahr – der kleine Bär und der kleine Tiger. Pfote in Pfote staunen sie nicht schlecht, wie ich Bücher und Abendkleider und Badeanzug und einen riesigen Strohhut durcheinander in meinen kleinen roten Koffer werfe, fluche, weil ich den Reisepass nicht finde und am Ende weinend auf dem Bett sitze, weil wieder alles abgesagt wurde. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ja, von wegen. Für Menschen mit Fernweh in den Knochen wie ich, ist einfach nur z u H a u s e echt schwierig.

 

Wobei. Immer wenn ich unterwegs bin, dann freue ich mich auf mein Zuhause. Denn nur zu Hause ist die Kuhle im Bett so bequem und schmeckt der Kaffee morgens so gut. Schon komisch. Ich werfe einen Blick auf den kleinen Bär und den kleinen Tiger. Und mir fällt ein, ich könnte ja nochmal „Oh, wie schön ist Panama“ lesen. Da zieht’s Bär und Tiger nämlich auch in die Ferne und am Ende ist es zuhause dann doch am schönsten. Janosch – der Erfinder vom kleinen Bär und vom kleinen Tiger – hat mal dazu gesagt:

 

Sprecher: „Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst.“

 

Autorin: Und der kleiner Bär und der kleine Tiger wissen:

 

Sprecher: „Wenn man einen Freund hat, … braucht man sich vor nichts zu fürchten.“ (2)

 

Autorin: Nicht einmal vorm „Zuhause bleiben“. Zum Glück gab’s viele Menschen aus aller Welt, die mich in meinem Zuhause-Paradies besucht haben. Digital natürlich. Per Videokonferenz. Die mir von ihren Reisen erzählt haben. Vom Sombrerokauf in Mexiko und vom Weihnachtskrippenkauf in Rio.

 

Und ich bin letztes Jahr dann doch noch verreist. In Gedanken. Vom Lesesessel aus in die weite Welt. Mit dem kleinen Bär und dem kleinen Tiger im Sessel neben mir und dem Wissen, dass ich es gut hab‘, dass ich Freunde hab‘ und dass ich mich vor nichts und niemandem fürchten muss. Und ich weiß auch warum:

Sprecher: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ (3)

 

Autorin: Hab´ich aus der Bibel. Und ich erlebe das immer wieder so. Ich wünsche Ihnen für dieses Jahr, dass Sie jemanden an der Seite haben, mit dem Sie sich vor nichts zu fürchten brauchen, locker alle Hürden im Leben nehmen und das Paradies für sich entdecken.

 

Ihre Pfarrerin Julia-Rebecca Riedel aus Odenthal.

 

 Quellen:

( 1 ) Janosch: Oh, wie schön ist Panama.

( 2 ) Jochanan Shelliem: Janosch zum 75. Geburtstag, Ein Porträt in Selbstaussagen, Deutschlandfunk, 11. März 2006.

( 3 ) nach: Die Bibel, Luther 2017, Psalm 18,30.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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