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Kirche in WDR 3 | 17.03.2021 | 07:50 Uhr

Orientiert

Die ursprüngliche Gebetsrichtung der Christen ist äußerlich orientiert am Sonnenaufgang, also nach Osten. Innerlich bedeutet dies die Ausrichtung der Betenden auf den vom Tod auferstandenen Christus, der im Symbol der aufgehenden Sonne die Nacht überwindet. Aus diesem Grund sind die meisten Kirchen nach Osten ausgerichtet. Sie orientieren sich am Orient; daher unser Wort `Orientierung´.

Genau betrachtet sucht alles Leben Orientierung. Pflanzen und Bäume orientieren sich zur Sonne, zum Licht. Das ist der Grund, warum sie sich so zart oder so kraftvoll aufrichten aus der dunklen Erde. Auch durch Hindernisse hindurch oder an ihnen vorbei. Auch der Mensch sucht, wenn er aufrichtig, aufgerichtet leben will, Orientierung und Ausrichtung. Diese Orientierung findet er nicht in sich selbst, in seinem Ego. Der auf sich selbst und in sich selbst gekrümmte Mensch gilt seit Augustinus als Bild des Sünders, der Gott und zugleich sich selbst und seine eigene Entwicklung verfehlt. Wollen wir uns jedoch menschlich entwickeln, muss uns „etwas an oder in dieser Welt dazu bringen, ‚mehr‘ als nur die Welt zu denken.“ So der Kölner Theologe Hans-Joachim Höhn. Darauf folgt natürlich die Frage, was dieses „etwas an oder in der Welt“ ist, das uns größer denken lassen kann, als die Welt ist. Gott ist kein ‚Etwas‘. Gott ist Grund, aber auch Ziel, Ziel einer Bezogenheit. In dieser Bezogenheit, in dieser Orientierung sind wir nicht bloß der passive Part. Durch diese Ausrichtung und in dieser Ausrichtung gestaltet sich und gestalten Glaubende ihr Leben. So bekommt es ein aufrechtes, klares Profil. Aus diffusen inneren und äußeren Umtrieben heraus profiliert sich unsere Lebensgestalt. Sie entwickelt Linien und einen markanten Umriss.

Gerade so scheint der Mensch die eigene Identität erst zu finden. Erst in der Orientierung über sich selbst hinaus entwickelt sich die eigene Identität. Dies ist das Gegenbild zum in sich selbst verkrümmten Menschen. Sie erinnern sich – jenes gekrümmte Menschenbild, das seit dem Kirchenlehrer Augustinus mit dem des Sünders verbunden wird.  Ob Augustinus auch aus diesem Grund Gott so zu denken versuchte: höher als unser Höchstes und zugleich innerlicher als unser Innerstes?

Gott, du Sonne meines Lebens, so aufgerichtet und gut orientiert will ich durch diesen Tag gehen!

Aus Aachen grüßt Sie Spiritual Georg Lauscher

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