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Kirche in WDR 5 | 25.04.2020 | 06:55 Uhr

Osterspurensicherung

Guten Morgen!

CSI - Crime Scene Investigation. Kaum ein Fernsehformat erfreut sich solcher Beliebtheit wie die verschiedenen Versionen dieser amerikanischen Krimis. CSI Vegas, CSI New York, CSI Miami. Das fasziniert.

Das Strickmuster ist immer gleich: Am Anfang ein Todesfall, mysteriös, schon sind die Spezialisten am Tatort. Gehen mit Akribie ans Werk.

Und ich auf dem Sofa bekomme jedes forensische Detail mit modernster Technik gezeigt. Fliegende Kugeln in Superzeitlupe, mikroskopisch kleine Spuren, Gen-Sequenzen, all das. Man folgt den sichtbaren Beweisen, bis alles enträtselt ist. Eine Frage der Technik, exakter Untersuchung – das ist die ganze Geschichte. Crime Scene Investigation.

Im Grunde betrachten wir Menschen der Moderne die Welt und das Leben oft so wie bei CSI. Alles eine Frage der sichtbaren Fakten. Das ist die Logik, der wir folgen. Die Welt als CSI-Objekt.

Und dann kommt die Kirche da zu Ostern mit einem eigenen Krimi daher. Unglaublich.

Am Anfang - ein Todesfall, allerdings: kein Zweifel über Täter und Umstände. Eine Kreuzigung. Karfreitagsklarheit. Kein Stoff für einen Krimi, oder doch? Auf einmal aber ist das Grab Jesu leer. Ostern. Auferstehung? Was bitte soll der Mensch davon halten?

Mich tröstet, dass schon die die ersten Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung Jesu allerhand Mühe hatten.Die älteste Auferstehungs-Erzählung endet mit Furcht und Schrecken. Die Jünger Jesu sind erstarrt. Keine Spur von spontaner Osterfreude.

Es braucht seine Zeit. Es braucht Begegnungen. Von Zweifeln wird erzählt. Von Verwechslungen. Und schließlich sogar von einer echten Standpauke. Der Auferstandene selbst schimpft mit den skeptischen Jüngerinnen und Jüngern wegen ihres Unglaubens. Er rüffelt sie, weil sie ihre Herzen gar nicht auf Empfang geschaltet haben. Denn das Herz ist die Antenne für Gottes Nähe. Schon immer.

Im nächsten Atemzug aber schickt er eben diese hartherzigen Wackelkandidaten auf seinen Weg. „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium, die gute Botschaft von der Liebe Gotte, aller Kreatur.“ Ein Auftrag.

Trotz der Zweifel. Gott sei Dank. Denke ich. Gott sei Dank, dass das so erzählt wird. Keine glühend glaubensgewissen Dampfwalzen-Jünger bekommen die Botschaft vom Sieg des Lebens anvertraut. Sondern eben diese Skeptiker.

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Dieser Satz steht als biblisches Motto über diesem Krisen-Jahr 2020. Über einem Jahr, in dem zum ersten Mal zu Ostern kein Gottesdienst gefeiert werden konnte. „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“

Dem Leben und der Auferstehung auf die Spur zu kommen. Ist keine Frage der Technik. Um Gottes Hilfe zu bitten, ist ein guter Anfang. Am besten jeden Tag.

Denn die Spuren des Lebens lassen sich finden. Die Jünger damals haben angefangen. Sie gehen los, predigen von Vergebung und Barmherzigkeit. Versorgen Witwen und Waisen . Heilen Kranke. Trösten Trauernde. Teilen ihr Einkommen mit allen.

Der Fall Ostern – er ist noch immer nicht ganz aufgeklärt. Ein Rest Geheimnis bleibt. Aber er wirkt.

Seit 2.000 Jahren läuft das Format. Es lohnt sich, auf der Spur zu bleiben.



Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen, Ulf Schlüter, Bielefeld.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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