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Sonntagskirche | 23.05.2021 | 08:55 Uhr

Pfingsten und der alte Rucksack

Neulich habe ich im Keller einen alten Rucksack gefunden: hell- und dunkelblau mit buntem Logo. Darauf sieht man blaue Rheinwellen und einen gelben Stern mit Schweif. Die Domtürme und das Kreuz sind in rot aufgestickt. Es ist der Rucksack vom 20. Weltjugendtag, der 2005 hier bei uns im Westen stattgefunden hat. Warum habe ich den eigentlich so lange aufgehoben? Er hat Flecken und sieht nach mehr als 15 Jahren wirklich nicht mehr gut aus. Das hat er mit mir gemeinsam: Für einen Weltjugendtag bin ich inzwischen zu alt! Aber der Rucksack ist ein Andenken, das mich an ein Ereignis erinnert, das für mich wie ein Pfingsterlebnis war. Pfingsten, das ist der Geburtstag der Kirche. Denn wenn jeder nur für sich glaubt, ist das noch keine Kirche. Kirche beginnt da, wo Menschen die frohe Botschaft in die Welt tragen. In der Apostelgeschichte heißt es: „Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ Ganz ehrlich: Das klingt nicht nur spektakulär, das ist es auch. Beim Weltjugendtag 2005 habe ich das gespürt. Aus aller Herren Länder kamen junge Menschen zu uns. Tausende Einwohner haben damals Glaubensbrüder und -schwestern eine Woche lang beherbergt. In unserer Wohnung haben damals zwei junge Frauen aus Polen übernachtet. Zur Abschlussmesse strömten rund 1,1 Millionen Besucher auf das Marienfeld bei Kerpen. Menschen von nah und fern versammelten sich dort, um gemeinsam mit dem Papst unter freiem Himmel zu feiern. Dabei waren Gruppen von Jugendlichen und katholischen Organisationen aus aller Welt, junge Familien und viele freiwillige Helfer hier aus der Region. Die Stimmung war lebhaft, fröhlich – und friedlich. Es wurde gesungen und getanzt. Nach der Messe gingen all die vielen Menschen wieder ihrer Wege. Aber bei mir hatte sich etwas verändert. Mir wurde klar, dass sie alle nach Hause gehen würden, um dort in ihrer Sprache von Gott zu erzählen. Pfingsten eben! Für mich persönlich ist der Weltjugendtag zu einem Pfingsterlebnis geworden, das mein Leben nachhaltig geprägt hat, weil ich damals angefangen habe, mich aktiv am Gemeindeleben zu beteiligen. Ich war in die Heimatstadt meines Mannes gezogen, nach Wesseling, und hatte kaum Kontakte zur Kirchengemeinde. Die Suche nach freiwilligen Helfern für den Weltjugendtag habe ich als Einladung empfunden: für mich ganz persönlich. Ich hatte nicht das Gefühl, mich irgendwo vorgedrängelt zu haben und es gab genug zu tun für alle. Das ist auch heute noch so. Zum Beispiel brauchen die Gemeinden aktuell viele Helfer für den Willkommensdienst, damit Gottesdienstbesucher die Corona bedingten Hygieneregeln beachten. Auch Jugendliche können hier mithelfen. Vielleicht vererbe ich den Rucksack ja an meine Kinder. Er ist zwar alt und fleckig, aber immer noch voller Hoffnung.

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