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Kirche in WDR 5 | 15.07.2019 | 06:55 Uhr

Polizei am Limit

Guten Morgen,

Mülheim an der Ruhr. Ein Abend im April. Zwei Polizeibeamte, die auf Streife unterwegs sind, stoppen einen Wagen mit vier Insassen. Sie vermuten, dass der Fahrer alkoholisiert ist und wollen den Mann für eine Blutprobe mit auf die Wache nehmen. Doch innerhalb weniger Minuten sehen sich die Beamten umringt von einer größeren Gruppe von Menschen. Blitzschnell hatten die Insassen des Wagens per Handy Freunde und Verwandte alarmiert.

Die Polizisten fordern Verstärkung an. Doch auch nach dem Anrücken der Kollegen stoßen die Beamten auf erheblichen Widerstand. Die traurige Bilanz des Abends: 70 Beamte sind im Einsatz, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Der Fahrer des Wagens muss am Ende auf der Wache doch seinen Führerschein abgeben. Das ist auch gut so, denn er hatte tatsächlich getrunken.

Ich dachte: Mann o Mann, was müssen sich unsere Polizistinnen und Polizisten heute alles bieten lassen. Dabei ist das, was im April in Mülheim passiert ist, ja nur die Spitze vom Eisberg. Und leider auch nichts Neues unter der Sonne.

Was braucht die Polizei: Bessere Bezahlung? Ja, sicher! Bessere Ausstattung? Dringend erforderlich! Mehr Personal? Fordert die Polizeigewerkschaft zu Recht schon lange!

Ich frage mich, wie wir als Gesellschaft unsere Wertschätzung und unseren Respekt für die Beamtinnen und Beamten deutlicher ausdrücken können. 

Klar, das fängt mit der Erziehung zuhause, im Kindergarten und in der Schule an. Wir sollten gemeinsam darauf hinarbeiten, dass Kindern ein positives Bild von der Polizei vermittelt wird. Dass sie verstehen, wie wichtig dieser Dienst für unsere Sicherheit ist und was Polizistinnen und Polizisten für unsere Gesellschaft leisten.

Aber auch die obersten Chefs der Polizei sollten sich überlegen, wo Belastungsgrenzen für unsere Polizei deutlich sichtbar werden und die Konsequenzen daraus ziehen. Was ist zumutbar, was nicht mehr.

Und die Kirchen – was können die tun? Immerhin, sie tun schon was. Polizeiseelsorger und -seelsorgerinnen unterstützen die Polizeikräfte landauf, landab in ihrem schwierigen und Kräfte zehrenden Dienst. Speziell ausgebildete Notfallseelsorger und Notfallseelsorgerinnen kooperieren vielerorts sehr eng und auch erfolgreich mit der Polizei.

Eines, meine ich, fehlt noch. Die kirchliche Verkündigung muss sich auch mal selbstkritisch unter die Lupe nehmen. Wo trägt sie eher dazu bei, Weltfremdheit zu fördern? Wo hebt sie ab und verliert den Bodenkontakt? Wo verstärkt sie sozialromantische Träumerei?

Ein Beispiel. „Selig sind die Barmherzigen“ – heißt es in der Bergpredigt. Jesus gratuliert also denen, die barmherzig sind. Ja, das ist gut, wenn ich zu gegebener Zeit barmherzig sein kann.

Aber daraus kann man keine ethische Forderung ableiten. Schon gar keine, die immer und überall richtig ist und in jeder Situation gilt.

Im Umgang mit Rowdytum und Kriminalität ist Barmherzigkeit nicht angesagt. Da ist hartes Durchgreifen erforderlich. Konsequent Gesetze anwenden. Grenzen setzen. Regeln klar machen. Schnelle, zeitnahe Verurteilungen herbeiführen. Wo das geschieht, da wird der Dienst unserer Polizei der Respekt entgegengebracht, den er verdient.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5: )

Es grüßt sie Pfarrer Frank Küchler aus Marialinden.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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