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Kirche in WDR 4 | 01.01. 2019 | 08:55 Uhr

Prosit Neujahr - suche Frieden

„Guten Morgen im Neuen Jahr!“

Kindheitserinnerungen werden wach. Bei uns gab es die Sitte, dass wir am Neujahrsmorgen den Erwachsenen das Neue Jahr abgewinnen, abluchsen wollten. Und das ging so: Wir Kinder versuchten, die ersten zu sein, die einem Älteren in unserem Siegerländer Dialekt zuriefen: „G'morje eäm näije Joar!“ oder „Prost Näijjoar!“ Meistens gab's dann auch einen Groschen. Heute sind das 5 Cent. Mit den Neujahrsgroschen konnten wir uns dann was Süßes leisten und waren glücklich.

Von Herzen wünsche ich Ihnen, die Sie heute zuhören, auch „Prosit Neujahr“. Möge es für Sie alle ein Jahr sein, dass Ihrem persönlichen Glück und dem Glück der ganzen Welt zum Nutzen ist. Was wäre besser als Frieden für sich selbst und für die ganze Welt? Doch um dieses Glück zu erleben, reicht es wohl nicht, sich den Frieden bloß zuzurufen - wie wir Kinder den Neujahrsgruß für ein paar Groschen gerufen haben.

Frieden. Was ist das eigentlich? Die Evangelischen Kirchen stellen das neue Jahr unter das Leitwort: „Suche Frieden und jage ihm nach.“ Dieser kurze Satz, die so genannte Jahreslosung, stammt aus der Bibel, aus dem 34. Psalm. Man kann diesen Satz auch anders übersetzen: „Suche den Frieden und setze dich dafür ein!“ Das klingt nicht so atemlos und gehetzt wie das „Jage dem Frieden nach!“ Denn der Gedanke lässt mich nicht los, dass es wohl nicht so leicht sein wird, den Frieden einzuholen und festzuhalten. In jedem Fall spüre ich, dass da ein Anspruch an mich ganz persönlich gestellt wird: „Du - ja du! - suche Frieden und setze dich dafür ein.“ Der Frieden fängt bei mir an. In dem Psalm heißt es weiter: „Wer möchte sich nicht am Leben freuen und seine Tage im Glück zubringen?“ (V. 13) Jede und jeder vermutlich. Allerdings: Lebensfreude und Glückseligkeit sind zerbrechlich. Ich muss sie behüten, wenn ich sie erleben und erhalten will. Wie das geht, das kann ich auch im Psalm nachlesen: „Hüte deine Zunge vor böser Nachrede und deine Lippen vor verlogenen Worten.“, heißt es da. Und: „Halte dich fern vom Bösen und tue Gutes!“ (V.14)

Hüte deine Zunge. Ein kluger Rat. Denn ich weiß ja, was ein unbedachter Satz anrichten kann. Mir haben in den vergangenen Jahren manche bösen Worte bei Protesten auf der Straße und viele verlogene Worte verantwortlicher Politiker in der ganzen Welt Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. In den sozialen Netzwerken werden mit hasserfüllten Kommentaren gefährliche Stimmungen angeheizt und manche nehmen solche Worte als Freibriefe für schlimme Taten.

Die Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach oder setze dich dafür ein“ sagt mir: Gott traut den Menschen zu, anders zu reden, mit Respekt vor anderen Meinungen und mit einem würdevollen Umgang mit allen Mitmenschen. Damit Friede wird auf Erden. Er fängt bei mir an. Ganz einfach mit guten und freundlichen Worten. Und indem ich die schlichte Weisheit befolge: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Ihr Pastor Rüdiger Schnurr aus Siegen.

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