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Kirche in WDR 4 | 16.03.2019 | 08:55 Uhr

Kirchenfenster-Menschen

Guten Morgen!

Ich mache einen Zwischenstopp auf einer Urlaubsreise durch Spanien. Eine Kleinstadt mit einer alten Kirche. An den gotischen Mauern am Seitenschiff steht ein Baugerüst. Unter dem wolkenbedeckten Himmel erscheinen die Kirchenfenster schmutzig und manche der verwitterten Sandsteine sind fast schwarz. Sicher, nicht so dunkel und schwarz wie der Kölner Dom, der über die Jahrhunderte die Farbe der Kohleheizungen, Fabrikschornsteine und Dampflokomotiven anzog. Aber auch hier hat der Zahn der Zeit an den Mauern der Kirche genagt. Ich beschließe, sie mir von innen anzuschauen. Als sich die schwere Tür hinter mir schließt, befinde ich mich in einem kühlen Halbdunkel. Außer ein paar Kerzen im Eingangsbereich gibt es hier kein Licht. Plötzlich bricht draußen die Sonne durch die Wolken und lässt ihre Strahlen in die Kirchenfenster fallen. Bunte Farben leuchten auf. Biblische Personen: Paulus, der Apostel, und ein Bild über die Geburt Jesu durchfluten den stillen Raum der Kirche, wie ein Licht aus einer anderen Welt.

Ich bin überrascht über diesen wunderbaren Innenraum einer von außen so unansehnlichen Kirche, der mir einfach nur guttut.

Wenn wir von der Kirche reden, dann meinen wir damit nicht nur das Gebäude der Kirche mit ihren Mauern und Fenstern. Die Kirche, das sind auch die Menschen, die in diesem Gebäude zusammenkommen.

Ich denke: Manchmal wirken auch die Menschen in der Kirche ein wenig verstaubt. Nicht so wirklich attraktiv. Die Kirche, die aus Menschen besteht, ist ja auch eine ständige Baustelle. Da gibt es viel zu putzen und zu reinigen. Da gibt es Schuld. Da gibt es Neid. Da gibt es Streit.

Auch in meiner Gemeinde, die noch nicht so alt ist, wie die gotischen Mauern und Sandsteine jener spanischen Kirche, ist vieles nicht in Ordnung. Da gibt es Baustellen: müssen Beziehungen geklärt werden und Probleme gelöst werden.

Ich liebe diese Kirche trotzdem. Nicht wegen der schmutzigen Steine und der Baustelle. Sondern wegen der Fenster. Der Stall aus der Weihnachtsgeschichte bei der Geburt Jesu war ein unansehnlicher und ziemlicher schmutziger Ort. Und Paulus, der bis nach Spanien gekommen sein soll, um dort die gute Nachricht von der Liebe Gottes zu den Menschen zu bringen, dieser Paulus wurde von vielen Zeitgenossen wegen seiner unattraktiven Erscheinung ziemlich fertiggemacht.

Jesus und Paulus sind für mich zwei von vielen Kirchenfenstermenschen.

Durch diese Menschen erstrahlt ein wunderbares Licht, wenn man sich auf das einlässt, was sie zu sagen haben.

Zu jeder Kirche, die aus den Menschen besteht, gehören welche, die wie Kirchenfenster sind. Leute, die nicht zu sehen sind im Blitzlichtgewitter unseren Glitzer- und Glamourpaläste, aber durch die das Licht der Liebe Gottes scheint, das einfach nur guttut. Ich denke da an Renate, eine Frau mit geistigen und körperlichen Handicaps. Wenn sie im Gottesdienst sitzt und ihre Freude über ein bekanntes Lied zum Ausdruck bringt, dann geht es mir wie in jener Kirche: Dann ist das wie ein wunderbares Aufleuchten, das einfach nur guttut.

Eine solche wohltuende Begegnung wünscht Ihnen
Ihr Pastor Christoph Neumann aus Hemer.

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