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Kirche in WDR 3 | 18.09.2020 | 07:50 Uhr

Qualität

„Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach!“ (Mt.26,41b)

Vielleicht kennen Sie dieses Jesuswort. Damit rief er damals seine Freunde zur Wachsamkeit gegen das Einschlummern auf.

Heute ist der Satz ein geflügeltes Wort – oft benutzt als Ausrede, wenn man, was eigentlich als gut und richtig erkannt wurde, dennoch nicht tut und umsetzt. Heute müsste es vielleicht manchmal heißen: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist billig!“ Nach jedem Fleischskandal frage ich mich: Wie konnte es dazu kommen? Wie können solche Bedingungen existieren: für Tiere und Menschen?

Ich bin wie viele betroffen, entsetzt. Der Gesetzgeber muss was ändern, wird dann gefordert und beim nächsten Mal kauft man dann wieder das billige Sonderangebot im Supermarkt. Es ist wohl der innere Schweinehund, der mich doch weiter das alte billige Fleisch kaufen lässt. Es ist die Faszination des Schnäppchens, die viele im Griff hat, während nur wenige erkennen, dass wir uns billige Nahrung eigentlich gar nicht mehr leisten können. Denn auf Dauer kommt einen das Billige teuer zu stehen: in Bezug auf Umwelt und Gesundheit, Gerechtigkeit und Tierwohl. „Alle Tage ist kein Sonntag, alle Tag gibt’s keinen Wein!“ haben unsere Vorfahren gesungen und der Freitag war bewusst ein fleischloser Tag. Das geschah in Erinnerung an das Fasten am Karfreitag und war nicht dumm. Heute wollen viele alles und zu jeder Zeit, um sich dann später die überfließenden Pfunde wieder durch Diäten oder in Fitnessstudios mühsam vom Leib zu schaffen.

„Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach – seid also wachsam“ das wusste schon Jesus damals und ist nicht auch heute eine neue Wachsamkeit angesagt? Nicht unbedingt in Form von äußeren Gesetzen und Verboten, aber vielleicht durch eigene innere Setzungen und Gebote? Warum nicht wieder einen Tag der Woche als Tag des Weniger ansetzen, weil weniger Quantität mehr Qualität sein kann, z.B. die des Lebens. Und wenn der Geist hier willig ist, dann darf das Fleisch auch ruhig mal etwas teurer sein.

Seien Sie aus Köln gegrüßt von Pfr. Jürgen Martin.

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