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Kirche in WDR 3 | 31.03.2020 | 07:50 Uhr

Regeln für den Menschen

Guten Morgen!

Heute beginne ich mit einer kleinen Beichte. Denn ich bin immer bei Rot über die Ampel gefahren. Als Kind und als Jugendlicher. Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs war und zu einer roten Ampel kam, habe ich mich vorsichtig umgesehen: Ist jemand da? Störe ich jemanden? Wenn keiner da war, bin ich einfach weitergefahren. Über die rote Ampel. Und habe dabei laut vor mich hingesagt, was ich mal in der Kirche aufgeschnappt hatte: „Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.“ Anders gesagt: Wozu sich an Regeln halten, wenn es keinem wehtut und auch keinem nützt?

Keine Angst, heute mache ich das nicht mehr. Denn erstens möchte ich kein schlechtes Beispiel geben. Und zweitens ist mir der Sinn von Regeln klarer geworden. Regeln sind dafür da, den Schwachen zu schützen. Sie dürfen nicht beliebig sein. Regeln, also Normen, schützen die dahinterstehenden Werte. In diesem Fall: Die rote Ampel schützt die Sicherheit aller. Deshalb sollte es nicht beliebig sein, ob man sie beachtet oder nicht.

„Der Sabbat ist für den Menschen da“, das hat Jesus gesagt. Als gläubigem Juden war es Jesus untersagt, am Sabbat zu arbeiten. Im Alten Testament steht, dass der siebte Tag ein Ruhetag ist. Das Volk Israel sollte an die Schöpfung denken, für die Gott einen solchen Ruhetag vorgesehen hatte. Denn Menschen sollen keine Arbeitstiere sein, sondern in Freiheit leben.

Der Sabbat ist also an sich eine gute Sache. Jesus stellt dieses Gebot nicht in Frage, er will es aber relativieren, also in Beziehung setzen, den eigentlichen Sinn wieder- entdecken. Das Gebot soll dem Menschen nützen. Eine Regel, die nur um ihrer selbst willen da ist, nützt keinem etwas. Tatsächlich hat Jesus am Sabbat Gutes getan, er hat Kranke geheilt. Damit hat er das Sabbatgebot objektiv übertreten.

In diesen Corona-Zeiten ist mir der Sinn von Regeln und Gesetzen wieder neu aufgegangen. Denn es geht doch um die Gesundheit einer ganzen Gesellschaft. Das ist der Wert, der geschützt werden soll durch all die Erlasse.

Zunächst haben sich viele mit den Regeln schwergetan. So ein kleines Virus sieht man ja nicht. Warum soll man seine Freiheit deshalb einschränken?

Während es anfangs noch regelrechte Corona-Parties gab in den Parks, war schon vorletzte Woche mehr als klar: Wer jetzt nicht mitmacht, wer jetzt nicht mitdenkt, gefährdet andere. Und riskiert weitere Einschränkungen.

Normen schützen Werte. Ob wir uns daran halten, zeigt, ob wir solidarisch sind oder egoistisch, ob wir mitdenken oder nur um uns selbst kreisen. Ja, es zeigt, ob wir den Nächsten lieben oder nicht. „Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst“, heißt es in der Bibel. Corona macht deutlich: Wer nicht verzichten kann für andere, liebt sich auch selber nicht. Denn es könnte ja auch ihn treffen, er könnte andere gefährden und selbst gefährdet werden.

Dass ich früher mit dem Fahrrad bei Rot über die Ampel gefahren bin, hat Gott sei Dank niemandem geschadet, es hat keinen gestört. Dennoch war es in sich falsch. Wer heute unverantwortlich handelt, merkt die Folgen nicht unmittelbar. Aber sie sind da.

„Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.“ Das stimmt. Regeln sind für den Menschen da. Halten wir uns weiterhin daran, weil und solange sie dem Menschen dienen!

Das jedenfalls hofft Pfarrer Stefan Jürgens aus Ahaus.

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