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Sonntagskirche | 11.04.2021 | 08:55 Uhr

Quasimodo (Quasimodogeniti)

Guten Morgen!

An diesem Sonntag, der im Kirchenjahr den Namen „Quasimodogeniti“ trägt, muss ich an den „Glöckner von Notre-Dame“ denken.

So heißt ein historischer Roman des französischen Schriftstellers Victor Hugo, der 1831 erschienen ist. Im Mittelpunkt steht die Kathedrale Notre-Dame in Paris. In ihr spielen die wichtigsten Teile der Romanhandlung. Dort lebt auch Quasimodo, der Glöckner von Notre-Dame.

Seinen Namen hat er von seinem Adoptivvater bekommen. Als er vier Jahre alt ist, wird er am Sonntag „Quasimodogeniti“ auf den Treppen von Notre-Dame gefunden. Quasimodo ist furchtbar hässlich. Er hat einen Buckel. Ein Auge ist mit einer Warze entstellt. Durch seinen Beruf als Glöckner ist er vom jahrelangen Glockengeläut taub geworden.

Seine Liebe zu den Glocken und ihrem Klang ist seine einzige Form der Kommunikation. Der Roman – und somit die Geschichte von Quasimodo – ist mehrfach verfilmt worden. Es ist eine traurige Geschichte. Eine Geschichte, die die Abgründe hinter bürgerlichen Fassaden zeigt. Da ist die schöne Zigeunerin Esmeralda. Sie wird als Hexe verdächtigt und leidet unter den Nachstellungen des despotischen Gerichtsherrn Frollo. Sie sucht Zuflucht in Notre-Dame, wo sie auf den Glöckner Quasimodo trifft. Hässlich, doch herzensgut, verliebt sich der Bucklige unsterblich in sie. Die gesellschaftskritische Geschichte endet für alle Beteiligten tragisch.

Als vor zwei Jahren der Großbrand von Notre Dame durch die Medien ging, wurde der Roman „Der Glöckner von Notre Dame“ beim größten Versandhändler Frankreichs erneut zu einem Kassenschlager. Die Glocken der weltberühmten Kirche erhielten im vergangenen Jahrhundert ein elektrisches Läutewerk. Von den Technikern wurde es „Quasimodo“ getauft. (1)

Quasimodo ist nicht nur ein Name. Er ist mit dem Roman ein Sinnbild geworden: für jemanden, der äußerlich abschreckt und zugleich herzensgut ist. Und hier passt der Name des Glöckners wieder zum Namen des Sonntags, an dem er auf den Treppenstufen der Kirche gefunden wurde: „Quasimodogeniti“. Das heißt übersetzt: „Wie die neugeborenen Kindlein“. Ich kann vertrauen – gegen allen Augenschein. Wie ein Kind, das noch nicht so geprägt ist von Vorurteilen, schaue ich hinter die Fassade und sehe das Herz an. Ich muss mich von meiner eigenen Irritation, weil jemand anders oder für mich furchterregend aussieht, nicht abschrecken lassen. Quasimodo, der Glöckner von Notre-Dame, war äußerlich abstoßend und hatte dennoch sein Herz am rechten Fleck. Letztlich bewies er als einziger in dieser tragischen Geschichte den Durchblick, oft kindlich, naiv und doch nachahmenswert.

Einen solchen Durch- und Weitblick in dieser schweren Zeit würde ich mir und Ihnen wünschen.

 

(1) Der Glöckner von Notre-Dame – Wikipedia (letzter Abruf 11.02.2021)

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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