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Kirche in WDR 3 | 27.05.2020 | 07:50 Uhr

Rat

 

Guten Morgen!

„Guter Rat ist teuer.“ – Nein, ein guter Rat muss kein Geld kosten. Denn ‚teuer‘ hat hier gar nichts mit einem hohen Preis zu tun. Von seiner ursprünglichen Bedeutung her meint das Wort, dass etwas für mich kostbar und wertvoll ist, dass es nicht einfach auf der Straße liegt. Guter Rat ist eben nur schwer zu bekommen.

Natürlich gibt es viele Berater und Beratungsfirmen für Politik, Wirtschaft und Unternehmen; ja sogar für uns in der Kirche gibt es sie. Und es ist wichtig, andere auf Entscheidungen und Prozesse mit draufschauen zu lassen. Denn man ist zu schnell in einer Spirale gefangen; man kommt gar nicht mehr auf neue Ideen und wird betriebsblind. Da kann es hilfreich und wertvoll sein, die Entwicklung von Lösungen begleiten zu lassen.

Aber Achtung: Ein Berater kann mir meine Entscheidung nicht abnehmen. Die muss ich weiterhin selber treffen.

Was für den beruflichen Bereich gilt, gilt genauso für mein privates Umfeld. Als Seelsorger habe auch ich immer wieder mit Menschen zu tun, die einen Rat suchen: „Herr Pastor, können Sie mir einen Rat geben? Was soll ich tun?“ Auch hier gilt für mich: Ich kann dem Menschen die Entscheidung nicht abnehmen. Aber ich kann ihm das Vertrauen schenken, dass er sein Problem bewältigen kann. Ich kann versuchen ihm zu helfen, die positiven und die negativen Folgen abzuschätzen. Aber vor allem will ich ihn als Seelsorger motivieren, auf das zu hören, was Gott ihm rät; was er mit ihm in seinem Leben erreichen will.

Schon ganz früh sprachen die Christen in dem Zusammenhang von einer Gabe des Heiligen Geistes. Der Rat als ein Geschenk Gottes an uns. Und diesen Geist Gottes feiern die Christen am kommenden Sonntag, an Pfingsten.

Wie ich auf den Rat Gottes in einer bestimmten Situation hören kann, wird für mich besonders schön im Matthäusevangelium ausgedrückt. An der Stelle, an der Jesus seine Jünger aussendet, damit sie seine Botschaft in der Welt verbreiten, heißt es:

…macht euch keine Sorgen, was ihr sagen sollt oder wie ihr es sagen sollt. Es wird euch im entscheidenden Augenblick schon eingegeben werden. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird aus euch sprechen.“ (Mt 10,19-20)

Diese Sätze von Jesus wären wahrscheinlich falsch verstanden, wenn ich einfach nur abwarte, dass Gott irgendetwas sagt und tut. Es ist eben ein Geschenk; und ich kann es annehmen, muss es aber nicht.

Ich selber vertraue darauf, dass Gottes Geist mir immer wieder den Rat gibt, den ich brauche. Dafür muss ich ihm aber auch Raum geben. Und wie mache ich das? So genau kann ich Ihnen das gar nicht sagen, weil es bei mir – im positiven Sinn – schon zur Gewohnheit geworden ist, Entscheidungen auch mit ins Gebet, ins Gespräch mit Gott zu nehmen und über größere Entscheidungen nochmal nachzudenken und auch den Rat von anderen zu hören.

Und wenn ich Ihnen heute einen Rat geben darf: Genießen Sie den Tag – bei jeder Entscheidung, die Sie vielleicht heute auch treffen müssen.

Ihr Pfarrer Andreas Möhlig aus Aachen.

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