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Kirche in WDR 4 | 31.10.2020 | 08:55 Uhr

Reformationstag - Corona reformiert

Halloween brüllt mein Sohn in die Klasse, als die Lehrerin fragt, was heute für ein Tag ist. Daraufhin muss er sich in die Ecke stellen – mit dem Kopf vor die Wand. Das war in der sechsten Klasse - vor acht Jahren.

Natürlich ist heute Halloween. Richtig. Und Reformationstag. Mich würde mal interessieren, wie viel Prozent der Bevölkerung das eigentlich weiß. Und auch noch erklären kann, was das ist. Um es kurz zu machen: Am 31. Oktober 1517 schlägt Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche. Ob er da wirklich gestanden hat mit Hammer und Nagel, weiß man nicht so genau. Seine Forderung: Die Kirche muss sich erneuern. Es ist die Geburtsstunde der evangelischen Kirche.

 

Ecclesia semper reformanda – die Kirche ist immer reformbedürftig.

Was für ein wahrer Satz – es ist der Leitsatz der Reformation.

 

Die Kirche zu reformieren ist schwer – doch jetzt kommt so ein kleines Virus mit dem Namen Corona und macht das was hunderte Gremien, Sitzungen, Synoden nicht schaffen. Es reformiert die Kirche. In mehrfacher Hinsicht.

Das Wort Gottes findet jetzt ganz neue und eigene Wege zum Menschen. Pfarrer und Pfarrerinnen schreiben Andachten und stecken sie in die Briefkästen ihrer Gemeindeglieder. In den digitalen Medien taucht das Wort Gottes auf – es dringt zu einem vor. Auf das Smartphone oder Tablet. Ganz neu, ganz anders. In den Gottesdiensten bleibt der Platz neben einem leer. Singen ist verboten. Das Wort rückt in den Mittelpunkt. Seelsorge an Covid 19 Erkrankten wird zu einer Anfechtung des Glaubens – nicht alle Seelsorger und Seelsorgerinnen wollen ihre Gesundheit riskieren.

 

Corona reformiert die Kirche – das schwerfällige Wesen beginnt, sich zu flexibilisieren.

Gearbeitet werden darf und muss jetzt auch im Homeoffice. Was früher undenkbar war, ist von jetzt auf gleich kein Problem. Und es dient im Übrigen der Schöpfung. Weniger CO2 – der Trend der Zeit.

 

Ecclesia semper reformanda. Corona zwingt die Kirche, sich zu reformieren. Luther hat das Wort Gottes in das Zentrum seiner Theologie gestellt. An ihm gilt es sich zu orientieren, an seiner Zusage, dass alle geliebt sind – unabhängig vom Tun ihrer Werke.

Das Wort Gottes im Mittelpunkt unseres Lebens. Martin Luther hat daran erinnert. Corona tut es auch. Reformation geschieht. Es ist die Stunde der Wahrheit. Die Konzentration auf das Wesentliche.

 

Meine Freundin ist krank. Sie darf seit Corona nicht unter Menschen. Außer zum Arzt. „Mein Beten hat sich verändert“, sagt sie. Was sie erlebt: Gott hört ihre Worte. „Ich habe Antworten bekommen“, sagt sie. “Im Sinn von, dass sich ein Problem aufgelöst hat oder dass es sich gezeigt hat, du bist auf dem Irrweg, da kommst du nicht weiter“

 

Corona verändert uns und wir verändern die Kirche. Leben ist Veränderung. Wann und wo und wie sie geschieht - wir können es uns nicht aussuchen. Aber wir haben die Gewissheit – Gott ist bei uns – mittendrin in dem ganzen Schlamassel.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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