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Sonntagskirche | 11.07.2021 | 08:55 Uhr

Regenbogensegen

Auf einmal war er in aller Munde, der Segen! Nachdem die römische Glaubenskongregation noch einmal klar gestellt hatte, die Kirche sei nicht autorisiert die Liebe gleichgeschlechtlicher Paare zu segnen, brach ein wahrer Segensstrom über unser Land. Wohl nur selten brachte die Feststellung, nicht segnen zu können, so viel Segen hervor wie im vergangenen Mai. Viele Christinnen und Christen verliehen ihrer Empörung über die verbindliche Aussage Roms Stimme in einer Petition. Und in leuchtenden Regenbogenfahnen wehte von manchem Kirchturm ein stummes, doch weithin sichtbares Zeichen der Solidarität. Die einvernehmliche, verbindliche und verantwortliche Liebe zwischen zwei Menschen sei ein Segen, unabhängig vom Geschlecht. So die Meinung des Initiatoren Teams. Darum bräuchte es auch in der katholischen Kirche ein neues Denken und eine veränderte Haltung zu gleichgeschlechtlicher Liebe. Und neben dem Protest gab es ein großes Zeichen seelsorglicher Verantwortung. Viele Gemeinden in Deutschland luden am 10. Mai zu einer Segensfeier ein, für alle Menschen, die lieben. Die prägnante Überschrift dieser Feiern fand sich im Titel eines Songs der Kölsch-Rockband Brings und lautet: #liebegewinnt.

Auch die Gemeinden in Bochum-Höntrop, in denen ich seit vielen Jahren Dienst als Seelsorgerin tue, haben zusammen mit der evangelischen Gemeinde zu einer ökumenischen Segensfeier eingeladen. Ein Zoomgottesdienst. Rund 250 Menschen haben an diesem Abend  zusammen die Liebe gefeiert. Menschen aller Altersklassen, Geschlechter und Konfessionen, erfahrene Eltern, queere Paare, Kirchentreue, genauso wie Menschen,die der Kirche schon lange den Rücken gekehrt haben. Dank digitaler Technik konnten in diesem Gottesdienst via Bildschirm Paare zusammen geführt und gesegnet werden, die Kontinente trennen: Sie in Paraguay – er in Bochum! Es waren Menschen aus Quito, Japan,Wien und Belgrad zugeschaltet. Menschen, die wegen ihrer sexuellen Ausrichtung in ihrer Heimat schwere Repressalien fürchten müssen.  Und die dankbar und erfüllt waren, hier zusammen mit anderen Christen ihren Glauben und ihre Liebe feiern zu können. Es hat mich sehr berührt zu spüren, wieviel Sehnsucht es gibt nach Gottesaufmerksamkeit, nach Segen, nach Heil und Heilung.

In der Kirche wird weiterhin sehr und die Frage der Segensfeiern gerungen. Dass es da ein Miteinander der unterschiedlichsten Positionen gibt, ist den deutschen Bischöfen wichtig und dazu muss Homosexualität in der Kirche neu bewertet werden. Das wird sicherlich noch dauern. Und ich bin nicht sicher, inwieweit das - weltweit betrachtet - überhaupt möglich sein wird. Immerhin ist es ein wichtiges Thema beim Synodalen Weg, dem aktuellen und vielversprechenden Gesprächsprozess, den die Deutsche Bischofkonferenz initiiert hat. Ein Austausch auf Augenhöhe, zwischen Basis und Kirchenleitung der katholischen Kirche in Deutschland. Hier geht es um die brennenden Fragen der Zeit: um Machtmissbrauch, Sexualmoral, Zölibat und die Rolle der Frau in der katholischen Kirche.

Diese spannenden Gespräche dauern an und ihr Ausgang ist offen.Eins hingegen ist sicher: Lange nicht mehr war der Segen, seine Bedeutung, sein Stellenwert so sehr im Gespräch wie in den vergangenen Wochen.  Selten zuvor haben sich so viele Menschen über dieses Zeichen göttlicher Nähe ausgetauscht und darüber nachgedacht, was der Segen Gottes für sie und ihr eigenes Leben bedeutet. Und überhaupt, dass Menschen in Deutschland öffentlich über ihren Glauben reden, ist an sich schonein Segen. Das alles lässt mich nachdenklich, dankbar und erfüllt zurück. Und irgendwie   auch geduldig, im festen Vertrauen, Liebe gewinnt. Gott sei Dank!

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