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Kirche in WDR 3 | 10.02.2020 | 07:50 Uhr

Rentnerstress

Guten Morgen!

Seit ein paar Monaten bin ich im Unruhestand. Ich weiß jetzt auch, warum der so heißt. Ja, das hätte ich mir nicht träumen lassen, als ich noch gearbeitet habe. Denn da habe ich natürlich immer gedacht: Wenn ich nicht mehr arbeite, dann habe ich viel mehr Zeit für dieses oder jenes. Jetzt erlebe ich: Das stimmt gar nicht.

Als ich das einem Freund erzähle, sagt der: „Ist doch klar, das ist der typische `Rentnerstress`. Und der kommt daher: Wenn du berufstätig bist, dann sagst du oft: Ja, das mache ich, wenn ich im mal Ruhestand bin. Nur, wenn du dann da angekommen bist, wo sollst du die Dinge dann hinschieben?“

Recht hat der Freund. Es ist überhaupt nicht klug, Dinge zu verschieben, die einem wichtig sind. Denn woher weiß ich, ob ich dazu noch Zeit habe? Das Leben kann sehr schnell zu Ende sein. Von jetzt auf gleich. Das habe ich in meiner Arbeit als Krankenhauspastor viele Jahre hautnah miterlebt. Menschen, die durch eine Krankheit dem Tod nahe gewesen sind, haben mir gesagt: „Jetzt zu leben, das ist wichtig. Es ist nicht gut, das Leben zu verschieben. Zu sagen: Ja, wenn ich einmal, dann… Besser ist, sich zu sagen: Lebe jetzt.“ Gut, das habe ich jetzt verstanden.

Das führt dazu, dass ich momentan noch mehr als sonst schon versuche, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Prioritäten zu setzen. Ich bin dabei, auch in meinem „neuen Leben“ eine gute Balance zu finden. Das ist eine Aufgabe, die ich für mich noch hinkriegen will. Da hapert es vielleicht momentan noch und der sogenannte „Rentnerstress“ kommt durch. Aber gut, ich bin ja noch neu in diesem „Unruhestand“. Da gestehe ich mir das auch zu, dass ich noch lerne und ausprobiere und experimentiere. Das ist spannend.

Wenn ich darüber nachdenke, was mir wichtig ist, denke ich auch über meine Ehrenämter nach. Mitmachen bei „Kirche im WDR“ zum Beispiel. Das ist mir wichtig. Immer wieder komme ich da mit Ihnen als Hörerinnen und Hörer in einen lebendigen Gedankenaustausch hinein. Ich bekomme Lob und Kritik. Setze mich per Brief oder per Mail damit auseinander. Das finde ich gut. Ich schätze den Streit mit guten Argumenten und ich meine: Das ist ein hohes Gut! Gerade in einer Zeit, in der unsere Gesellschaft den Streit mit Argumenten eher verlernt. Also, das darf ruhig so weiter gehen.

Und zum anderen: Ich will Gott die Ehre geben mit dem, was ich Ihnen kurz vor den Nachrichten hier sage. Ich will IHM die Ehre geben, der das Geheimnis dieser Welt ist und der auch das Geheimnis meines Lebens ist. IHM verdanke ich viel. Und damit will ich nicht hinter dem Berg halten. Solange ich lebe. Unruhestand hin, Unruhestand her.

Denn: Eine wichtigere und schönere Aufgabe gibt es nicht für jede Christin und jeden Christen - ganz gleich, ob im Haupt- oder Ehrenamt, ob im aktiven Dienst oder Ruhestand, ob im Radio oder in der Kneipe oder am Krankenbett.

Gott mit ihnen an diesem Tag, das wünscht Ihnen Pfarrer Frank Küchler aus Marialinden.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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