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Kirche in WDR 5 | 17.02.2020 | 06:55 Uhr

Respekt


Ein neuer Tag liegt vor uns. Was denken Sie, wie oft Sie sich an diesem Tag entscheiden werden? Manche meinen, es seien 100mal, andere 500 oder gar 1000 mal. Wie über so vieles, so gibt es auch darüber eine Statistik, und die besagt: Wir entscheiden uns täglich sage und schreibe 20.000 mal. Natürlich gibt es da sehr viele, kleine, automatische Entscheidungen, die uns kaum bewusst sind. Andere Entscheidungen sind zwar nicht sonderlich bedeutsam, können uns aber beschäftigen – z.B. „Was soll ich heute bloß anziehen?“. Bedeutsamer für die Atmosphäre in meiner Umgebung ist z.B. die Frage: Wie begrüße ich meine Mitmenschen: mit einem freundlichen Guten Morgen, einem wortlosen Kopfnicken oder einem widerwillig muffigen „Morgen“?

So ein Tag in unserem Leben, besteht also aus unzählig vielen Mosaiksteinchen. Und wie ich diese Mosaiksteinchen gestalte, ist aber weder Zufall noch Schicksal, sondern liegt an mir. Nun glaube ich als Christ, dass Christus mich berufen hat, diese Mosaiksteinchen des Alltages in seinem Sinne zu gestalten, unter der großen Überschrift: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken..“ Und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22, 37-39). Dieses Wort des Herrn will für mich kein Kalenderspruch sein, den ich bewundernd lese und dann wegwerfe. Dieses Wort des Herrn will jeden Tag verwirklicht sein - und wenn ich es genau nehme, 20.000 Mal am Tag.

Der Apostel Paulus schrieb einen Brief an die damaligen Christen in Rom, und in diesem Brief gibt er Tipps und Anregungen, was das jeden Tag konkret bedeuten kann, Gott und den Nächsten zu lieben. So schreibt er: „Übertrefft euch in gegenseitiger Achtung!“ Nun gehört es zu den Selbstverständlichkeiten des menschlichen Zusammenlebens, dass wir einander respektieren, die Würde des anderen achten. Das gilt ungleich mehr für Christen. Wir glauben, dass jeder Mensch mit Gottes unendlicher Liebe gewürdigt ist, und er deshalb diese Achtung verdient. Aber Paulus legt noch ein „Schüppchen“ drauf. Er schlägt vor, uns die Achtung voreinander zum Sport zu machen - geradezu nach Gelegenheiten zu jagen, den anderen in Achtung zu übertreffen.

Es gibt ein schönes Wort, das diese Haltung zum Ausdruck bringt: zuvorkommend sein. Ich warte nicht erst, bis ein Mitmensch mich um irgendetwas bittet, sondern versuche dem zuvorzukommen.

Einmal stand ich in einer großen Stadt eines fremden Landes an einer Kreuzung ratlos mit dem Stadtplan in der Hand und wusste nicht so recht, wie und wo es weitergehen sollte. Es kam jemand auf mich zu und fragte mich sehr freundlich, wie er mir weiterhelfen könnte. Das war eine kleine freundliche, liebenswürdige und am Ende auch sehr erfolgreiche Begegnung. Gelegentlich versuche ich übrigens dieses Beispiel bei uns in Köln nachzuahmen. Und eigentlich ist das Ergebnis immer dasselbe: Man schenkt Freude und wird selbst froh.

Der vor uns liegende Tag ist ein Tag, der aus vielen Mosaiksteinchen besteht. Mit gutem Willen und Gottes Hilfe kann es uns gelingen, dass wir am Ende des Tages auf ein ganz ansehnliches Mosaik blicken dürfen. Dass uns dies gelingt, ist mein Wunsch für Sie und mich an diesem Tag.

Ihr Weihbischof Dominikus Schwaderlapp aus Köln.

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