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Kirche in WDR 4 | 29.09.2020 | 08:55 Uhr

Rückblick

Sechs Jahre ist das jetzt her. Da habe ich hier in Kirche in WDR von der schweren Ebola-Epidemie in Sierra Leone erzählt. Ich weiß noch genau, wie betroffen ich war, denn ich habe mich damals mit dem Salesianer-Bruder Lothar unterhalten, der vor Ort mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet hat. Er lebte zu der Zeit in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone.

Wir haben damals sehr intensiv über seine Arbeit gesprochen, die damalige Krise und die Folgen der Epidemie. Er erzählte, dass Kinder ihre Angehörigen durch Ebola verloren hätten, zu Waisen geworden waren. Er sprach von der Angst vor einer Infektion, von den Unruhen, die ausbrachen, von den vielen Toten und von der Ungewissheit: Wie geht es weiter, was können wir tun?

Sechs Jahre ist das jetzt her. Damals habe ich gedacht, wie gut, dass all das weit weg von uns passiert ...

Aber Bruder Lothar hatte damals so lebendig und anschaulich erzählt, dass ich zeitweilig das Gefühl hatte, die Angst zu spüren und mir das Atmen schwerfiel bei dem Gedanken, eine Atemschutzmaske tragen zu müssen. Und heute, trage ich eine Maske – oft.

Meine Angst, meine Unsicherheit, die ich aktuell empfinde, ist ganz real.

Vor sechs Jahren habe ich Bruder Lothar gefragt, woher er die Zuversicht nimmt, die Kraft weiter zu machen, und er hat gesagt, weil er die Menschen kennt und sich ihnen verbunden fühlt und dass er dort helfen will, wo Hilfe am dringendsten nötig ist. Damals sagte er auch, dass er Kraft aus seinem Glauben heraus zieht. Für ihn war das nun auch kein Rumgefrömmel. „Der Kreuzweg Jesu wird jeden Tag neu gegangen“, hat er gesagt. Und das mit Glauben, das wären für ihn die kleinen Millisekunden, die er immer wieder erlebt, Gotteserfahrungen, die er gerne festhalten will. Und genau aus diesen Millisekunden – sagte er damals – gewinne er die Kraft, gut zu arbeiten.

Heute beneide ich Bruder Lothar um diese Zuversicht – ich weiß nicht, ob ich in den nächsten Wochen und Monaten auch so zuversichtlich sein kann.

Die Welt schrumpft für mich gefühlt gerade zusammen. Die Ängste und Sorgen vor einer Infektion sind weltweit vorhanden, viele Menschen erkranken oder sterben aktuell an der gleichen Ursache. Nicht nur Afrika ist auf einmal ganz nah. Wir sind eine Weltgemeinschaft, oder wie Papst Franziskus es auf den Punkt gebracht hat:

Durch die Corona-Pandemie sei klar geworden, "dass wir alle im selben Boot sitzen, alle schwach und orientierungslos sind, aber zugleich wichtig und notwendig".

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