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Kirche in WDR 4 | 06.02. 2019 | 08:55 Uhr

Schritttempo

„Soll es das jetzt gewesen sein?“ Klingt wie die klassische Frage in der Midlife-Krise. Ich höre sie seit einigen Jahren aber vor allem von Leuten, die gerade einmal Mitte 20 sind. Schnell durch die Schule, schnell durch das Studium oder die Ausbildung, einen Auslandsaufenthalt vielleicht noch – macht sich immer gut im Lebenslauf. Und dann ist der da, der Tag, an dem es heißt: „Fertig!“ Und nicht selten beginnt dann die Krise.

Ich habe einige Jahre mit Studierenden gearbeitet und hatte viele solcher Gespräche – Am Ende eines Medizinstudiums, das voller Power möglichst schnell, möglichst gut, hinter sich gebracht wurde, steht nicht selten der große Zweifel: Will ich denn jetzt mein Leben lang als Ärztin arbeiten? Hab ich mich jetzt so beeilt um die nächsten 40 Jahre das immer gleiche zu machen? Übrigens keine reine Medizinerfrage. Und auch keine Frage, die nur Studierende betrifft. Sie hat mit unserem Lebensstil zu tun, glaube ich. Mit Erwartungsdruck. Und den kennen fast alle.

Immer mehr Menschen sollen und wollen möglichst effizient leben. Schnell zum Ziel kommen. Und manchmal verlieren wir uns dabei selbst aus dem Blick.

Beppo hält dagegen. Kennen Sie den ? Beppo ist der Straßenkehrer aus dem Buch Momo von Michael Ende. Als Momo ihn eines Tages fragt, wie er sich eigentlich dazu motivieren kann, jeden Tag aufs Neue loszuziehen, um diese unendlich lange Straße sauber zu machen, da antwortet er:

„Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt.

Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du?

Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein. Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. Das ist wichtig.“

Atemzug, Besenstrich, Schritt. Ich glaube, diese Haltung ist ziemlich gesund. Nicht zu schnell, nicht zu viel auf einmal. Wenn ich im „Beppomodus“ unterwegs bin, bekomme ich leichter mit, ob ich noch auf der richtigen Straße unterwegs bin oder es an der Zeit ist, mal abzubiegen.

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