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Kirche in WDR 4 | 10.03.2020 | 08:55 Uhr

Schuld

Guten Morgen!

Neulich im Zug. Es ist ziemlich spät in der Nacht. In der Sitzgruppe neben mir sitzen drei junge Erwachsene, schätzungsweise Mitte 20. Zwei Frauen, ein Mann. Sie unterhalten sich lebhaft. Ich kann fast alles verstehen. Es ist auch nicht aufdringlich oder unangenehm sondern eher interessant.

Vor allem, als sie sich über einen gemeinsamen Freund unterhalten. „Der ist jetzt ja ganz krass bei den Drogen gelandet“, sagt eine. „Ohne kann der gar nicht mehr leben.“ – „Ja“, sagt die andere. „Der konsumiert ständig harte Sachen. Der kriegt sein Leben nicht mehr hin. Hat das Studium geschmissen.“ Und nun nimmt das Gespräch eine interessante Wendung. Der junge Mann erzählt seinen beiden Begleiterinnen: "Wisst ihr, dass ich mich echt schuldig fühle? Ich habe ihm schließlich den ersten Joint angeboten. Vorher hat der doch nie damit was zu tun gehabt. Wollte ja auch erst nicht. Dann habe ich ihn überredet, habe gesagt, so schlimm ist das gar nicht. Und es würde echt Spaß machen. Hat es dann ja auch. Aber dass er so abrutschen würde? Das habe ich nicht kommen sehen. Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen!"
Seine Begleiterinnen versuchen ihn zu beruhigen. Sie sagen, dass ihr Freund doch selber verantwortlich ist. Jeder muss eben selbst auf sich aufpassen. Doch der junge Mann bleibt betrübt. Und sagt: „Wenn ich ihn damals nicht dazu verleitet hätte, dann würde er heute wahrscheinlich ohne Drogen leben. Ich bleibe dabei. Ich bin Schuld daran! Schuld, dass der sein Leben nicht mehr auf die Reihe kriegt.“

Soweit das Gespräch. Ich mische mich nicht ein. Obwohl Schuld doch ein zentrales Thema des christlichen Glaubens ist. Nachher bereue ich das. Denn dieser junge Mann fühlt sich nicht nur schuldig, er hat sich schuldig gemacht.

Gerne hätte ich ihm von Jesus erzählt. Auch von Schuld in meinem eigenen Leben, natürlich die gibt es! Ich konnte um Vergebung bitten. Nicht nur Menschen, sondern auch Gott. Und es tat mir gut, die Vergebung dieser Schuld zugesprochen zu bekommen. Das war kein einfacher Weg. Sehr oft habe ich mir selber diesen Satz gesagt: "Dir ist deine Schuld vergeben! Nun vergib dir auch selber." Ich durfte Frieden finden. Vergessen werde ich diese Dinge nicht, die ich getan habe, aber Gott hat sie mir vergeben. Gott sei Dank, ich fühle mich wieder frei.
Das hätte ich gerne diesem jungen Menschen erzählt. Dass es eine Möglichkeit gibt, mit Schuld umzugehen. Und dass der Weg Gottes besser ist. Dass es gut ist, seine Schuld vor Gott und Jesus Christus einzugestehen, sich aber auch ganz bewusst durch Gott davon entlasten zu lassen. Ich sehe deine Schuld, sagt Gott. Und sehe, dass du ehrlich bereust, was du getan hast. Deshalb spreche ich dich frei davon. Das ist allemal besser als die Schuld irgendwann nur zu verdrängen. Und ich hätte dem jungen Mann Mut gemacht. Mut gemacht, zu seinem Bekannten zu gehen. Um Verzeihung zu bitten. Und ihm alle möglichen Hilfen anzubieten. Das wäre der Weg Jesu, ein guter Weg. Probieren Sie ihn doch einmal aus.

 


Ihr Pastor Heddo Knieper aus Soest!

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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