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Kirche in WDR 2 | 31.03.2021 | 05:55 Uhr

Schuldgefühle

Meine Mutter hat mal gesagt: Du darfst auch erschöpft und traurig sein, wenn es anderen noch schlechter geht. Und ja, ich bin erschöpft und traurig von vielen Monaten Pandemie. Ich merke das auch daran, dass die Fastenzeit fast spurlos an mir vorbeigegangen ist, eine Zeit, die ich sonst immer sehr bewusst erlebt habe. Und jetzt ist morgen schon Gründonnerstag. Der Beginn der Kar- und Ostertage. Und ich liebe Ostern. Weil es Neubeginn bedeutet, weil ich mit diesem Fest neue Kraft verbinde. Kraft, die ich nicht selbst aufbringen muss, sondern welche, die ein anderer für mich aufbringt.

Im letzten Jahr hab‘ ich einfach nicht genug Kraft für alles gehabt – denn mein Lebenskonzept von Beruf und Familie ist einfach nicht für die Bedingungen einer Pandemie gemacht. Oft habe ich vor dem Spiegel gestanden und mich gefragt, wann das alles aufhört. Oft habe ich gedacht: Mit mehr Kraft hättest du das jetzt besser hinbekommen. Und in stillen Momenten kamen auch Schuldgefühle dazu: Müsstest du jetzt nicht noch vorlesen? Wäre es nicht besser, den Job stärker zu reduzieren, wie es andere Mütter tun? Könntest du nicht doch noch Oma anrufen, andere schaffen das doch auch?

Schuldgefühle kann ich inzwischen gut wegpacken. Das habe ich in den letzten Jahren gelernt. Und dieses Lernen hat viel mit Ostern zu tun. An Ostern wird gefeiert, dass Jesus Christus den Tod besiegt: Er stirbt am Kreuz und steht nach drei Tagen wieder auf. Diese Auferstehung ist der Kern des Christentums. Und sie steht für viel Hoffnung, sie sagt: Es wird wieder gut, auch wenn es sich grad nicht so anfühlt.

 

Vor Jahren habe ich mal mit einem Mönch über einen Fehler gesprochen, der mir sehr zu schaffen gemacht hat. Kurz vor Ostern. Und da hat er gesagt: „Lesen Sie mal in Ruhe das Exsultet, also das Osterlob. Da gibt es den Ausdruck ‚Glückliche Schuld‘.“

Der meint: Manche Fehler machen wir, weil wir nicht anders können, Jesus Auferstehung entlastet uns von diesen Fehlern. Sie steht für den Neuanfang, für das Wieder-Gut-Sein.

Deshalb ist Ostern dieses wahnsinnig wichtige Fest in meinem Leben: Das, was da gefeiert wird, ist schwer zu glauben. Jemand – der Sohn Gottes – sorgt dafür, dass meine Fehler wieder gut werden.

Natürlich ist es mein Job, der beste Mensch zu sein, der ich sein kann. Aber wenn das nicht reicht, dann tröste ich mich in dem Gedanken, dass ich bei Gott vor aller Leistung und ja, auch vor aller Schuld schon geliebt wurde und werde.

Und deshalb kann ich inzwischen auch meine Schuldgefühle gut loslassen.

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