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Kirche in WDR 2 | 25.06.2021 | 05:55 Uhr

Schulfreund*innen

Welttag der Schulfreund*innen

Heute ist der Welttag der Schulfreundinnen und -freunde. Wenn jetzt in der Pandemie Kinder gefragt werden, was ihnen am meisten fehlt, sagen fast alle: meine Freundinnen und Freunde. Und viele fügen hinzu: und die Schule.

Schulfreundschaften halten oft ein Leben lang. Letztes Jahr wollten wir das Goldene Jubiläum unseres Abiturs feiern. Sogar mit einer kleinen Reise zu einem Mitschüler, der es bis zum Medizinprofessor geschafft hatte. Es fiel natürlich aus und wir fiebern darauf, dass wir es nachholen können.

In den ersten Jahrzehnten nach dem Abitur haben wir uns nicht getroffen. Aber mit den Jahren wuchs der Wunsch zu erfahren, was aus den anderen geworden ist.

Also trafen wir uns alle zwei Jahre, zuerst in einer Gaststätte in der Nähe der alten Schule, dann mit Übernachtung in einem Jugendheim in der Eifel.

Woher rührt diese Verbundenheit noch nach vielen Jahren?

Wir haben neun Jahre lang mehrere Stunden am Tag miteinander verbracht.

Diese Zeit hat uns geprägt. Einzelne von uns blieben sich in persönlichen Freundschaften enger verbunden. Die meisten hielten nur den losen Kontakt bei den Klassentreffen. Aber das Interesse aneinander blieb bestehen.

Wenn wir uns treffen, ist es fast wie vor fünfzig Jahren. Nicht nur in den alten Geschichten, die wiederholt erzählt werden. Sondern auch in den Rollen, die die einzelnen spielen. Der Zurückhaltende, das Mathegenie, der Frauenheld, der sorgsam Engagierte. Wir waren auf einer reinen Jungenschule, altsprachlich. Dort haben wir die Auseinandersetzungen der 68-Generation erlebt. Eine Abiturfeier gab es nicht, das fand der Direktor zu gefährlich. Ich war Schulsprecher. Als einige kleine Knaller zu einem Pfennig im Fahrradkeller zündeten, zitierte er aus dem Sprengstoffgesetz. Es war nicht einfach, ihm beizubringen, dass es im Fahrradkeller nicht um einen Straftatbestand, sondern um ein bisschen Blödsinn ging.

Viele Lehrer waren Originale. Lehrerinnen gab es gar nicht. Eine andere Zeit. Manche Lehrer haben wir zu den ersten Treffen eingeladen. Wenn einer verstarb, gingen einige von uns zur Beerdigung.

Schulfreundschaften halten ein Leben lang. Da wir nur Jungen waren, gab es keine Chance, eine Schulfreundin zu heiraten. Nun, ich bin ja eh Priester geworden. Und ich finde es enorm wichtig, dass es Freunde gibt, die mich noch von der Zeit kennen, bevor ich Priester geworden bin. Denn ich bin eben nicht nur Pfarrer Meurer, sondern auch Franz aus der Bruder-Klaus-Siedlung, der auf dem Gymnasium zur Schule gegangen ist, was mich nachhaltig geprägt hat.

Ich wünsche den Kindern, die heute ihre Schulfreunde so lange durch die Pandemie vermissen mussten, dass sie trotzdem dieses wichtige Band knüpfen können, das oft ein Leben lang hält.

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