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evangelisch

Kirche in WDR 4 | 29.02.2020 | 08:55 Uhr

Seenotrettung

Sprecher: „Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich.“

(Motto und Übersetzung der ACK, Gebetswoche zur Einheit der Christen 2020, Apostelgeschichte 28,2)

Autorin: Das sagt der Apostel Paulus über die Malteser.

Sie haben ihn und seine Mannschaft bei sich aufgenommen, nachdem sie vor Malta in Seenot geraten sind. Dabei haben die Maltester keinen Grund, freundlich zu sein.

Die Schiffbrüchigen,

die da an den Strand gespült werden wie Treibholz,

sind Fremde.

Und sie haben sich selbst in diese Lage gebracht.

Sie haben ihr eigenes Schiff nach einem schweren Sturm –

und zermürbender Fahrt –

auf eine Sandbank auflaufen lassen.

Sie haben in Kauf genommen, dass das Schiff beschädigt wird;

ja, sogar, dass Menschen sterben würden.

Es ist ein Wunder, dass alle überleben.

 

Die Maltester sind „ungewöhnlich freundlich“, sagt Paulus.

Sie kommen an den Strand gelaufen,

helfen den geschwächten Seeleuten auf und

bringen wärmende Decken und Brot.

Sie kommen an den Strand gelaufen,

entfachen wärmende Feuer aus Treibgut und

nehmen die Gestrandeten mit nach Hause;

mit in ihre Häuser,

zu ihren Familien.

Sprecher: „Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich.“

Autorin:

Das sieht heute ganz anders aus.

Und das klingt heute auch ganz anders.

Wie oft bekomme ich zu hören, dass „die“ selbst schuld sind.

Und: Dass man „denen“ nicht helfen darf, weil sie sich selbst in Seenot bringen.

 

Ich bin „gott-froh“,

dass die evangelische Kirche –

zu der ich gehöre –

sich an der Seenotrettung von Geflüchteten beteiligt.

Dass sie sich am Bündnis „United4Rescue“ beteiligt,

ein eigenes Rettungsschiff ins Mittelmeer schickt.

Dass Worte wie: „Man lässt keinen Menschen ertrinken. Punkt!“

nicht bloß schöne laute Worte bleiben,

sondern dass daraus „verantwortliche Taten“ werden.

Ich bin „gott-froh“.

Sprecher: „Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich.“

Autorin:

Paulus ist überrascht.

Vielleicht hat er zu hören bekommen:

„die“ sind an allem schuld;

„denen“ darf man nicht helfen;

„solche“ müssen ihre Lektion lernen:

„Lasst sie einfach im Mittelmeer ertrinken!“

Vielleicht hat er das gehört:

im Tempel und

auf dem Markt, …

So wie ich das heute höre:

an der Kirchentür oder

der Frischetheke, …

Aber die Malteser,

die überraschen ihn und

 mich auch. Könnte ich auch so sein?

Hilfsbereit, großherzig, weltoffen – „maltesisch“ eben?

 

Kann ich.

Beten ist ein Anfang.

Die ökumenische Gebetswoche zur Einheit der Christen hat das Anfang des Jahres deutlich gemacht. Diese Januar-Einsichten wirken noch in mir nach und sorgen dafür, dass ich mein Matrosenhütchen immer wieder fürs „maltesisch-Sein“ in den Ring werfe.

 

Also: Beten ist ein Anfang.

Aber, es darf noch ein bisschen mehr sein –

nicht nur an der Frischetheke.

 

„Ungewöhnlich freundlich“, das ist der Maßstab, den Paulus setzt.

Lasst uns also „ungewöhnlich freundlich“ Fremde aufnehmen,

Fremdes annehmen;

die Menschen stützen und stärken,

die wie die Malteser zur Zeit von Paulus‘,

an den Stränden dieser Welt wärmende Feuer entfachen,

Brot und Decken bereithalten und

die nicht fragen „Wer hat Schuld?“,

sondern sagen:

„Schön, dass du da bist!“

 

Lasst uns denen Meerwasser und Sand in die Feuer schütten,

die sie nur schüren,

um Angst und Schrecken zu verbreiten.

Und behaltet eines im Herzen:

Gott sagt „ungewöhnlich freundlich“ zu jeder und jedem:

„Du bist mein geliebtes Kind!“

Dass Sie weitersagen können, „Du bist mein geliebtes Kind!“ und „maltesisch“ in die Alltagssee starten können, das wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Julia-Rebecca Riedel aus Odenthal.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


Foto: epd-bild

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