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Kirche in WDR 5 | 22.02.2020 | 06:55 Uhr

Segen

Liebe Hörerinnen und Hörer!

Es ist kein Geheimnis: Wer Freude schenkt gewinnt Freude. Gutes tun macht andere froh und mich selbst. Niemand bestreitet dies, nur unsere Bequemlichkeit will das manchmal nicht wahrhaben. Es gibt eine gute Tat, die sehr unaufwändig ist, aber eine große Wirkung entfaltet. Ich spreche vom Segen. Segnen heißt auf lateinisch benedicere. Und das wiederum bedeutet wörtlich gut sprechen. Segnen im christlichen Sinne bedeutet: Gott spricht etwas oder jemanden gut.

Jemanden segnen bedeutet also, Gottes Güte und Zuwendung auf jemanden herab bitten. Dass das keineswegs folgenlos bleibt, habe ich häufiger selbst erleben dürfen. In unserem Kölner Dom wurde ich z.B. einmal von einer Ordensschwester angesprochen, die mich um meinen Segen bat. Sie wollte gerade zu ihrer Familie nach Indien reisen. Und dort, in der Familie, gab es allerlei Streit und Zwietracht! Sie wisse nicht, wie sich das alles lösen könne, aber dafür erbitte sie meinen Segen. Selbstverständlich erfüllte ich ihr diesen Wunsch, allerdings ohne wirklich mit Folgen zu rechnen. Monate später traf ich diese Ordensfrau erneut. Überschwänglich bedankte sie sich für meinen Segen von damals. Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern. Auf wunderbare Weise hätten sich die familiären Probleme nach und nach aufgelöst. Sie war davon überzeugt, der Segen habe einen entscheidenden Anteil daran gehabt. Sonst ließe sich das alles nicht erklären. Gott allein weiß, wer hier was getan hat, aber eines weiß ich mit Glaubensüberzeugung: Der Segen Gottes ist nicht ohne Wirkung!

Wenn ich als Weihbischof unterwegs bin, und die hl. Messe feiere, gehört natürlich auch immer der Segen dazu, nicht nur am Ende, sondern auch beim Ein- und Auszug. Seit jener Begebenheit mit der indischen Ordensschwester tue ich dies jedenfalls sehr viel bewusster und im festen Vertrauen: Gott wirkt in diesem Segen!

Gerne denke ich noch an meine Kindheit. Jeden Morgen bevor ich zur Schule ging, zeichnete meine Mutter mir ein Kreuz auf die Stirn. Als meine Geschwister heirateten, segneten die Eltern sie vor der Hochzeit in besonderer Weise.

Segnen ist etwas Gutes und Wichtiges. Ja, Segnen ist ein Akt der Nächstenliebe. Paulus ermuntert dazu, wenn er in seinem Brief an die Römer schreibt: „Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht!“ Paulus geht hier noch einen Schritt weiter. Segnen ist nicht nur ein Akt der Nächstenliebe, sondern auch der Feindesliebe. Im Segen für jene, die uns übel wollen, wird die Botschaft des Evangeliums praktisch gelebt: Die Feinde zu lieben, das Böse durch das Gute zu besiegen. Segnen bedeutet Gutes tun, die Güte Gottes auf jemanden herabrufen. Und diese Güte vermag mehr zu bewirken als meine schmalen Kräfte.

Da ich in diesem Sinne auch etwas Gutes tun möchte, schließe ich diese Morgenandacht mit der Bitte um Gottes Segen: „Der Herr segne Euch und behüte Euch; der Herr lasse sein Angesicht über Euch leuchten und sei Euch gnädig; er wende Euch sein Antlitz zu und schenke Euch seinen Frieden! Der Vater und Sohn und der Heilige Geist!“

Ein gutes Wochenende wünscht Weihbischof Dominikus Schwaderlapp aus Köln.

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