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Kirche in WDR 2 | 26.10.2019 | 06:20 Uhr

Sei mutig und stark

Autorin: Mo Asumang traut sich was. Ganz allein steht die dunkelhäutige Deutsche bei einem Neo-Nazi-Aufmarsch mitten unter lauter Glatzköpfen und fragt sie: "Wofür demonstriert ihr hier?". Sie fragt ganz ruhig, unaufgeregt. Zu sehen ist diese Szene in Asumangs Dokumentarfilm "Mo und die Arier" - eine Art filmische Entdeckungsreise in die Welt des Rassismus. Sie führt von Neo-Nazis in Wismar und Berlin bis nach Amerika, zum Ku-Klux-Klan. Was war der Antrieb für diese Reise? 

O-Ton: „Ehrliches Interesse an dem Menschen, hinzugehen und sich den Menschen erstmal anzuschauen, bevor man ihn in eine Schublade packt - erstmal schauen und sich auch die Zeit nehmen und sich auch erlauben hinzugucken.“

Autorin: Das Thema Rassismus beschäftigt Mo Asumang seitdem sie denken kann. Lange hat es ihr Leben in Deutschland bestimmt und auch ihre Identität. Wegen ihrer dunklen Hautfarbe hat sie viele schlechte Erfahrungen gemacht. Aber irgendwann hat sie beschlossen, sich nicht mehr einschüchtern zu lassen. Sie setzt auf Mut und Vertrauen und sucht bewusst die Begegnung mit Andersdenkenden.

O-Ton: „Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass wir eben zeigen, dass das eine gute Form ist. Denn gerade im Bereich „Kampf gegen Rassismus“ müssen wir glaube ich langsam wirklich andere Formen finden, weil ansonsten stärken wir eigentlich die rassistische Seite immer nur.“

Autorin: Ihr Engagement gegen Menschenfeindlichkeit zeichnet die 56-jährige aus. Seit 2014 ist Mo Asumang Botschafterin gegen Rassismus für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Wir sind alle in der Pflicht, uns für die Demokratie einzusetzen, sagt Mo Asumang. Es dürfe nicht sein, dass rechte Parolen die Diskussion bestimmen:

O-Ton: „Die Gesellschaft braucht auf jeden Fall Medien, die nicht alles nochmal rausschreien. Und wenn wir es schaffen, auf diese Provokationen nicht hereinzufallen, dann lassen wir das einfach an uns vorbeizischen (…) wir können natürlich darüber diskutieren, aber wir müssen nicht alles doppelt und dreifach wiederholen. (…) wir haben auch andere Themen. Es geht auch um die Kinder, es geht um die Bildung, es geht um die Renten, diese Vielfalt an Themen, die müssen wir wieder zurückgewinnen.“

Autorin: Mich beeindruckt Mo´s Mut und ihre Entschlossenheit. Ihr Versuch, ehrlich mit anderen in Beziehung treten zu wollen, ist für mich tief christlich. In der Bibel gibt es eine Stelle bei Josua, da heißt es: "Sei stark und mutig! Hab keine Angst und verzweifle nicht. Denn ich, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst." Die Stelle passt zu Mo Asumang und zu ihrem Ziel, den Kreislauf von Wut, Hass und Gewalt zu unterbrechen – mit Dialog, Gesprächen und einem offenen Herzen. Mutig einzutreten gegen Rassismus und gegen jede Form der Menschenfeindlichkeit. Dabei setzt sie auch und gerade auf das weibliche Geschlecht:

O-Ton: „Liebe Frauen, lasst uns einfach selbstbewusst sein und daran glauben, dass unsere Art und Weise in den Dialog zu treten, dass es genau das richtige ist, und lasst uns das einfach machen!“

 

Weitere Informationen unter:

https://www.mo-asumang-management.com

http://www.die-arier.com/en/index.php

https://www.bpb.de/mediathek/198266/die-arier

Literatur: Mo und die Arier: Allein unter Rassisten und Neonazis. Fischer, Frankfurt am Main 2016. ISBN 978-3-596-03443-7

Redaktion: Manfred Rütten

 

 

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