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Choralandacht | 16.03.2019 | 07:50 Uhr

„Die Kirche steht gegründet“ (eg 264)

Musik:
1. The Church’s one foundation
Is Jesus Christ her Lord;
She is His new creation
By water and the word:
From heav’n He came and sought her
To be His holy Bride;
With His own blood He bought her,
And for her life He died.

Autor: Im Lambath Palace in London am Südufer der Themse füllen sich die Plätze. Aus vielen Ländern, wie Schottland, Irland, Kanada und den USA sind die Bischöfe der anglikanischen Kirche im Sitz des Erzbischofs von Canterbury zur Konferenz zusammengekommen. Die Kirchenoberen beschäftigt eine Frage: Was hält uns eigentlich zusammen? Denn es sind stürmische Zeiten für die englischsprachigen Kirchen: Ihre Einheit ist gefährdet. Theologische Streitfragen, die Frage nach dem richtigen Bibelverständnis, der Liturgie oder der Stellung von Frauen in der Kirche rütteln an deren Mauern. Die Konferenz der Vollversammlung aller Bischöfe soll dazu dienen, sich wieder auf das Fundament ihres Hauses zu besinnen.

Musik/Sprecher (Übersetzung overvoice):
1. Die Kirche steht gegründet allein auf Jesus Christ,
sie, die des großen Gottes erneute Schöpfung ist.
Vom Himmel kam er nieder und wählte sie zur Braut,
hat sich mit seinem Blute ihr ewig angetraut.

Autor: Noch heute gibt es die alle zehn Jahre in London stattfindenden Lambath – Konferenzen. Das Lied, das damals beim Einzug der anglikanischen Bischöfe 1867 zur ersten Konferenz gesungen wurde, stammt aus der Feder von Samuel John Stone. Auch er war umgetrieben von der Frage: Was hält die Kirche noch zusammen?  So hatte der englische Geistliche den inneranglikanischen Streit zum Anlass genommen, einen Zyklus von zwölf Liedern zu schreiben, in denen das Apostolikum, das wichtigste gemeinsame Bekenntnis aller westlichen Kirchen musikalisch behandelt wird.  Gemeinsam singen, in Liedern Gott loben mit einem gemeinsamen Bekenntnis. Das war seine Antwort auf die Frage: Was hält uns eigentlich zusammen?   Im Lied einigt sich die singende Gemeinde auf eine Melodie. Auch, wenn es bei der Frage nach dem einheitlichen Bekenntnis des Glaubens noch viel Gesprächsbedarf und hitzige Auseinandersetzungen geben wird.

Musik/Sprecher (Übersetzung overvoice):
3. Verfolgt und angefochten in heißem Kampf und Strauß
Schaut nach der Offenbarung der Friedenszeit sie aus;
Sie harrt, bis sich ihr Sehnen erfüllt in Herrlichkeit
Und nach den großen Siegen beginnt die Ruhezeit

Autor: Dass die Christenheit wegkommt von hitzigen Debatten und Streitereien hin zu einem neuen Zusammenhalt, trieb auch die Frau an, durch deren Übersetzung das Lied nach Deutschland kam: Anna Thekla von Weling. Durch ihre Mutter, die aus Schottland stammte und als Hofdame an verschiedenen Adelshäusern in Deutschland tätig war, konnte sie immer wieder ihre schottische Heimat besuchen. Dort lernte sie in einer Konferenz das Lied kennen. Nicht nur sie, sondern auch viele Leute in den deutschen Kirchen bewegte damals die Frage: Was hält uns zusammen? Wie können Katholiken, Protestanten, Methodisten, Baptisten, -  und wie die christlichen Kirchen und Gemeinschaften hier noch so heißen mögen, gemeinsam und nicht neben oder gegeneinander ihren Glauben leben? Diese Sehnsucht nach einem friedlichen Miteinander trieb sie an, auch hier in Deutschland Konferenzen zu ermöglichen, in denen Christen aus unterschiedlichen Konfessionen zusammenkommen. Bis heute finden in Bad Blankenburg, wo Anna von Weling eine Villa erwarb, Konferenzen und eine jährliche internationale Gebetswoche statt. Gudrun Siebert gehört zur Leitung des deutschen Zweiges dieser evangelischen Allianz und nimmt an diesen Konferenzen teil:

O-Ton Siebert:
Und weil sie so gelitten hat unter dieser Zerstrittenheit kam sie auf die Idee, auch in Thüringen, …im Thüringer Wald, dass sie da zu einer Konferenz eingeladen hat im Jahre 1886. Pfarrer, Gemeindeleiter aus unterschiedlichen Kirchen.. ..Und dann war das so eine wunderbare Konferenz, weil man merkte, die aus der anderen Kirche, aus der anderen Gemeinde, das sind ja auch Brüder und Schwestern. Wir haben zwar über einige Dinge verschiedene Ansichten. Aber letztlich glauben wir an Jesus Christus.

Musik/Sprecher (Übersetzung overvoice):
2. Erkorn aus allen Völkern, doch als ein Volk gezählt,
ein Herr ist’s und ein Glaube, ein Geist, der sie beseelt,
und einen heilgen Namen ehrt sie, ein heilges Mahl,
und eine Hoffnung teilt sie kraft seiner Gnadenwahl.

Autor: Anna Thekla von Weling erkannte: Was uns eint, ist unser Name. Die christlichen Kirchen und jeder Christ, jede Christin trägt den Namen des Christus’.  Er, Jesus Christus ist es, durch den die Einheit schon gegeben ist. Und der als Mittelpunkt des Glaubens den konfessionellen Unterschieden ihre Wichtigkeit und das Trennende nehmen kann. Eine Verbundenheit, die international, ökumenisch, ja universal ist, wie sie in einem biblischen Text so beschrieben wird:

Sprecherin:
„Alles ist durch Christus und auf ihn hin geschaffen. Und er ist vor allem und es besteht alles in ihm. Und er ist das Haupt, seines Leibes, nämlich der Kirche“ (Kolosser 1, 16c – 18)

Musik/Sprecher (Übersetzung overvoice):
3. Schon hier ist sie verbunden mit dem, der ist und war,
hat selige Gemeinschaft mit der Erlösten Schar.
Mit denen, die vollendet, zu dir, Herr, rufen wir:
Verleih, dass wir mit ihnen dich preisen für und für.

Autor: Man muss diese Sätze nicht verstehen. Solche Aussagen beschreiben das Geheimnis des Glaubens. Und vielleicht kann unsere Verbundenheit untereinander ja vielmehr dadurch Gestalt gewinnen, dass Christen sich vor dem verneigen, den sie noch nicht verstehen, anstatt sich über das zu streiten, was sie meinen, aus der Heiligen Schrift verstanden zu haben. Im Lob Gottes kann diese Verbundenheit Gestalt gewinnen.  Dass dieses Lied den Weg nicht nur in das evangelische, sondern auch in das katholische Gesangbuch gefunden hat, ist ein wunderbarer Beleg dafür.

Autor: „Die Kirche“  ist weiblich. Nicht nur im grammatikalisch, wörtlichen Sinne. Sondern auch im biblischen Bild der Braut, deren Bräutigam Christus ist. Anna von Weling fand in diesem Bild von Kirche die Energie, das gemeinsame Miteinander von Männern und Frauen in der Kirche neu zu gestalten.

O-Ton Siebert:
Aber auch weil sie so energisch war, schaffte sie es, sich Gehör zu verschaffen. Sie hat ja auch schriftstellerisch sich beschäftigt. Anfangs unter einem Pseudonym, weil ja damals im neunzehnten Jahrhundert Frauen nicht so gut ankamen, wenn sie schriftstellerisch tätig waren, (…) Ich denke, sie ist für viele Frauen und auch für mich heute schon ein Vorbild in dem, was sie angestoßen hat. Sie ist ihren Weg gegangen. Sie hat gesagt: Gott verteilt Gaben nicht nach Geschlechtern, sondern ist da ganz frei.
Und wenn er einer Frau eine bestimme Gabe gibt, dann sollte eine Frau diese Gabe auch nutzen dürfen, und nicht sich unterordnen unter irgendwelche Regelungen, die meistens ja dann auch von Männern stammen. 

Autor: Nicht nur die Christenheit, sondern die Welt, in der wir heute leben, ist auf der Suche nach Einheit. Ganz Europa schaut auf England. Nationale Egoismen. Kleinliche politische Streitereien beherrschen oft das politische Geschehen. Was nötig ist, ist eine Hoffnung, die begründet ist. Eine Hoffnung, die  gespeist wird aus dem Wissen: Wir gehören zusammen. Als Weltbürger und als Europäer. Christinnen und Christen könnten hier ein hoffnungsvolles Zeichen setzen.

Musik:
2. Elect from every nation,Yet one o’er all the earth,
Her charter of salvation
One Lord, one faith, one birth;
One holy Name she blesses,
Partakes one holy food.

Musikangaben

Musik

CD-Titel:
Abide with me – 50 favourite Hymns

Track-Titel:
The Church’s One Foundation

Track-Nr.:
Track 10

Interpret:
Choir of King’s College, Cambridge, Richard Farns (Orgel)

Leitung:
Stephen Cleobury

Komponist:
Samuel Sebastian Wesley

Texter:
Samuel John Stone ( 1866)

Verlag:
Decca (Universal Music)

LC-Nr.:
00171

Label:
Decca, ADD/DDD, 60-90

Bestellnummer:
8712624

EAN:
0028945225227

Länge der verwendeten Musik: 2:52

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