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Kirche in WDR 2 | 27.05.2020 | 05:55 Uhr

Sprachnachrichten

 

Leute, die Sprachnachrichten aufnehmen, sehen in der Regel seeeehr komisch aus: Sie halten ihr Handy dicht an ihren Mund und scheinen irgendetwas brabbeln. Ich finde, das sieht bescheuert aus. Aber gerade in den letzten Wochen war die Stimme der anderen noch wichtiger als vorher: über die Stimme kann ich dem anderen nah sein, auch wenn ich weit weg bin.

Immer wenn ich Sprachnachrichten bekomme, freue ich mich, die Stimme des anderen zu hören – und darüber, dass ich jetzt nicht sofort antworten muss. Eigentlich total komisch. Diese Entwicklung. Früher haben wir einfach telefoniert, heute ruft mich eigentlich niemand mehr an, außer meine Schwiegereltern auf dem Festnetz, und die wollen dann eigentlich mit meinen Kindern sprechen. Sprachnachrichten sind irgendwie ein Zeichen unserer verrückten Kommunikation: wir wollen etwas loswerden, aber wir wollen uns auch dem anderen nicht aufdrängen… Der andere hat die Chance, die perfekte Antwort sich erst mal zu überlegen oder zu löschen, falls sie ihm selbst noch nicht so richtig erscheint. Zum einen bringt das vielleicht bessere Antworten. Zum anderen bringt es aber eine ganz große Menge an Unnatürlichkeit in Gespräche.

Sprachnachrichten sind wie Briefe früher. Und ein bisschen wie Gebete. Denn Gott antwortet natürlich auch nicht sofort. Im Gegenteil. Oft frage ich mich, ob er überhaupt antwortet. Und irgendwann, etwas zeitversetzt meistens, kommt dann eine Situation, wo ich ihn sehr stark spüre und das Gefühl habe, hier ist seine Antwort. Eher als Symbol und nicht als: „hallo, hier ist Gott, und ich sage dir nun folgendes…“

So war das zum Beispiel Jahre nachdem jemand in meinem nahen Umfeld eine Depression hatte. In dieser Zeit habe ich viel zu Gott gebetet, aber vor allen Dingen habe ich der Person geholfen. So wie ich das eben konnte. Und heute habe ich sehr feine Antennen dafür, wenn es jemanden nicht gut geht und er eigentlich psychologische Hilfe braucht. Nach meinem Empfinden zeigt sich da Gott. Aber sehr hintergründig und eben zeitversetzt.

Am Wochenende ist Pfingsten. Im Grunde feiern die Christen da nicht nur den Geburtstag der Kirche. Sondern das ist ein Fest der Kommunikation – Stichwort: Sprachenwunder. Da wird gefeiert, dass Gott den Menschen geholfen hat, sich zu verstehen – seine Botschaft rüberzubringen. Und zugegeben: das kann sehr bescheuert aussehen. Hat es immer wieder in den bald 2.000 Jahren, dass Menschen anderen vom Gott und Jesus erzählen wollten. Und oft hat das lange gedauert, bis es klappt.

Aber wenn man die Sprache der anderen beherrscht, dann entsteht schnell Nähe – direkt oder zeitversetzt.

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