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Kirche in WDR 3 | 24.07.2020 | 07:50 Uhr

Steigungen

 

Guten Morgen!

Im vergangenen Sommer habe ich mir einen langgehegten Wunsch erfüllt: In einer Gruppe bin ich über die Alpen gewandert von Oberstdorf nach Meran. Eine großartige Tour, aber sie hat mich körperlich sehr gefordert: Besonders anstrengend waren die Höhenmeter, die es zu meistern galt. Es ging überhaupt mehr um die Höhenmeter als um die Entfernung.

Zum Glück hatten wir einen Bergführer, der um den Weg und die Anstrengung wusste. Die Steigung macht es – sagte er. Und er hat recht: Die Steigung zwingt mich dazu, langsam zu gehen, Schritt für Schritt, Kräfte einzuteilen, mich zwischendurch aufzurichten, damit ich nicht zu gebückt laufe. Den Weg, der unten im Tal so einfach ist, kann man nicht damit vergleichen, was in der Höhe geschieht. Hier wird der Weg, jenseits der Baumgrenze mit seinen Steigungen einfach gnadenlos anstrengend. Ich war froh und auch beglückt, als ich meine Bergtour – meinen langgehegten Wunsch – geschafft hatte.

Nach meiner Tour stieß ich auf ein chinesisches Sprichwort, was mir meinen Wunsch nach der Bergtour noch einmal ganz anders gedeutet hat. Es lautet: Wer die hohen Berge nicht besteigt, kennt die Ebene nicht. Richtig, habe ich mir gedacht: Das Einfache lerne ich erst durch das Schwere kennen. Und ich würde ergänzen: auch schätzen. Heute gehe ich anders über Ebenen und blicke anders auf Berge als vor meiner Tour. Mehr noch: Heute sehe ich mein gesamtes Leben anders: Im Leben gibt es nämlich auch Berge – Herausforderungen und Anstrengungen, denen ich mich stellen muss. Oft will ich das nicht, weil es mir zu mühselig ist oder ich habe Angst davor. Aber nur so werde ich das Alltägliche und Einfache schätzen lernen. Davon bin ich überzeugt.

Im richtigen Leben können diese Berge dann heißen: Neue berufliche Anforderungen, denen ich mich zunächst nicht gewachsen sehe. Ein persönliches Beziehungschaos – verbunden mit der Frage: Wem kann ich denn nun wirklich vertrauen? Der Verlust meiner Arbeit oder sogar der Verlust eines geliebten Menschen. Die Berge der Herausforderungen des eigenen Lebens. Aber gibt es nicht – so wie damals bei meiner Bergtour – einen Bergführer, der mich auf meinem Lebensweg begleitet?

Im Buch der Psalmen finde ich eine Antwort. Dort heißt es ganz ähnlich: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe?“ Und der Schreiber des Psalms gibt auf seine selbst gestellte Frage folgende Antwort: „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er lässt deinen Fuß nicht wanken, er, der dich behütet, schläft nicht. Nein, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.“ (Ps 121,1-4). Gott als Bergführer – so verstehe ich das: Gott weiß nämlich um die Berge meines Lebens und um meine Anstrengungen im Leben. Meine Lebensberge sind ihm nicht egal. Und: Er geht immer mit!

Aus Gladbeck grüßt Sie Meike Wagener-Esser

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