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Kirche in WDR 5 | 17.07.2021 | 06:55 Uhr

Steine der Hoffnung

Guten Morgen!

Ich stehe in der Kirche und bereite den Gottesdienst für morgen vor. Wie so oft fällt mein Blick auf den großen bunt bemalten Stein vorn auf dem Abendmahlstisch. Auf der einen Seite ist das Bild unserer Alten Dorfkirche zu sehen - auf der anderen stehen die Worte „Glaube, Liebe, Hoffnung“. Ich lächle und denke: „Ja, auch in den tiefsten Krisen kann man Glauben, Hoffnung und Liebe finden.“ Meine Gedanken gehen zurück zu unserer Aktion „Steine der Hoffnung“. In den Zeiten des tiefsten Lockdowns, als man sich nicht besuchen durfte, als die Geschäfte geschlossen hatten, als man Gottesdienste nur digital sehen konnte, als die Sorge vor gegenseitiger Ansteckung noch sehr groß war – da habe ich in unserem Ort zu einer Hoffnungs-Challenge aufgerufen. Wer Lust hatte, konnte Steine zum Thema „Hoffnung“ bemalen und zur Kirche bringen. So entstand eine bunte Steinkette rund um die Kirche. Für jeden Stein hat die Kirchengemeinde einen Euro an Brot für die Welt gespendet. Es gibt viele Menschen, deren Nöte viel größer sind als unsere. Drei Wochen lang dauerte die Aktion „Steine der Hoffnung“, an der sich Groß und Klein beteiligt haben. Dabei sind wunderschöne Werke entstanden. Familien haben miteinander gemalt; Kinder, die nicht in die Schule gehen konnten, haben gepinselt; in den Kindergärten wurden Steine gestaltet und bei einem Spaziergang an der Kirche abgelegt. Die Frauengruppen der Kirchengemeinde haben künstlerische Steinbilder entworfen, und auch viele andere haben sich an der Aktion beteiligt. Die Steinkette ist Stück für Stück immer weitergewachsen. Die Älteren hatten plötzlich ein Ziel für ihren Spaziergang. Und so konnte man regelmäßig Menschen an und um unsere Kirche herum sehen. Viele haben in den sozialen Medien immer wieder neue Bilder von der Steinkette gepostet und ich habe kleine Video-Andachten zu verschiedenen Steinen gemacht. Die Aktion war in aller Munde und viele haben ihren Teil dazu beigetragen. Dabei hat glaube ich besonders motiviert, dass man mit der eigenen Kreativität auch etwas Gutes für andere tun kann.

So sind um die 750 Steine in den drei Wochen der Aktion bemalt und abgelegt worden. Der große Stein, der jetzt auf unserem Abendmahlstisch liegt, erinnert uns an diese Aktion. „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei.“ (Die Bibel nach Luther 2017, 1.Korinther 13,13), schreibt der Apostel Paulus einmal. In der gemeinsamen Aktion sind diese drei sichtbar geworden – ganz konkret in Bildern und Schmuckschrift auf den Steinen, aber vor allen Dingen im gemeinsamen Tun und im Mitgefühl mit den Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Immer, wenn ich den Stein auf dem Altar betrachte, denke an diese Aktion zurück. Glaube, Hoffnung, Liebe – die haben wir in der gesellschaftlichen, weltweiten Corona-Krise gebraucht – wir brauchen sie aber auch in unseren persönlichen Krisenzeiten. Deshalb wünsche ich Ihnen an diesem Morgen, dass Glaube, Liebe und Hoffnung Sie auch durch Ihre persönlichen Krisen hindurch tragen.


Gott befohlen! Ihre Johanna Krumbach, Pfarrerin in Augustdorf.

 

  

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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