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Sonntagskirche | 06.01. 2019 | 08:55 Uhr

Sternsinger

Jetzt laufen sie wieder – die Sternsinger! Kinder und Jugendliche haben sich königlich verkleidet: ein festlich wirkender Umhang ist über die Winterjacke gebunden, eine goldene Krone über die Mütze gestülpt – so geht’s durch die Straßen. Einen Stern tragen sie auch noch mit. In der Gemeinde in Essen, in der ich als Gemeindereferentin tätig bin, klingeln sie an jeder Haus- und Wohnungstür. Das ist eine echt große Leistung! Mehr noch: Sie tragen ein Lied vor und sprechen allen, die hinter dieser Tür leben, den Segen Gottes für das neue Jahr zu. Dann schreiben oder kleben sie noch die Kurzfassung des Segens auf den Türbalken: „CMB – Christus segne dieses Haus“, eingerahmt von der aktuellen Jahreszahl 20-19.

Bevor sie weiterziehen sacken die Sternsinger noch ordentlich was ein: Geld für notleidende Kinder in aller Welt. Dazu gibt es häufig noch Süßigkeiten – für den Verbrauch vor Ort. Da kommt schwer was zusammen! Die Süßigkeiten-Tüten müssen im Laufe des Tages immer wieder mit dem Auto abgeholt werden – die Schlepperei wäre sonst kaum zu bewältigen! Und weil so viel zusammenkommt, teilen die Sternsinger auch diese „Nebeneinnahmen“. Der größte Teil wird an Stellen in der Nachbarschaft weitergegeben, die Kinder beköstigen: Die Tafel bekommt etwas ab, der Kinder-Mittagstisch, die Kinder-Notaufnahme. Der Rest wird untereinander aufgeteilt – und im Laufe der nächsten Wochen und Monate verputzt.

Und das Geld? Das kommt in die Spendendosen. Je voller die Dosen im Laufe des Tages werden, desto stolzer die Kinder. Am Abend wird alles Geld auf einen Tisch gekippt und gezählt. Die Gruppen wetteifern um die größte Summe. Jedes Ergebnis wird laut verkündet, bejubelt und beklatscht. Im vergangenen Jahr sammelten Kinder in Deutschland auf diese Weise 48 Millionen €. Aber vielleicht ist eines noch wichtiger: Die Sternsinger haben unzähligen Menschen Gottes Schutz für das neue Jahr gewünscht, haben ihnen gesagt, dass Gott sie segnen möge und mit seinem Segen stets an ihrer Seite ist.

Ich bin immer wieder ganz gerührt, wenn ich den Sternsingern begegne in ihren Königsgewändern, wenn ich ihren nicht immer so ganz perfekten Gesang höre, ihren Eifer sehe, die roten Wangen, ihren Spaß an der Sache. Wenn ich sehe, mit welchem Stolz sie die verzierten Sammeldosen tragen und sich mit Süßigkeiten abschleppen. Wie sie den Stern anfangs würdevoll vor sich hergetragen, im Laufe des Tages auch schon mal schultern oder zum Wanderstab umfunktionieren. Sie laufen Jahr für Jahr. Bei jedem Wetter. Bei Schnee und Eis, bei Regen und Sturm. In den Ferien. Freiwillig.

Allein in der Pfarrei, in der ich tätig bin, sind fast 300 Kinder unterwegs, begleitet von über 100 Jugendlichen. Und im Hintergrund sind weiter 80 Menschen mit der Organisation beschäftigt: Sie kochen, schneiden Straßenkarten zurecht, sägen Sterne aus, flicken, waschen und bügeln Gewänder, basteln mit den Kindern Kronen, üben die Lieder und Texte mit ihnen ein und und und und

Seit Gründung der Sternsinger-Aktion vor 60 Jahren wurden auf diese Weise über 1 Milliarde € zusammengetragen – und immer ging es um das einfache Prinzip: Kinder helfen Kindern. Respekt!

Für den Fall, dass bei Ihnen keine Sternsinger anschellen, rufe ich Ihnen von hier aus zu: Gottes Segen sei bei Ihnen, alle Tage dieses noch so jungen Jahres!

Sabine Lethen aus Essen

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