#
Aktuelles

Beiträge auf: wdr5 

evangelisch

Kirche in WDR 5 | 03.12.2020 | 06:55 Uhr

suchen und berührt werden

Guten Morgen.

Haben Sie auch schon mal darüber nachgedacht, wie alt sie gewesen sein mögen, die Weisen aus dem Morgenland, oder die „heiligen drei Könige“ wie man sie meistens nennt? Sie folgen dem Weihnachtsstern, um einen König zu finden und landen bei dem kleinen Jesuskind an der Krippe.

Was mag ihnen durch den Kopf gehen, als sie sich auf den Weg machen , auf einen langen Weg, länger jedenfalls als 24 Tage…

Ob sie unzufrieden sind mit ihrem alten Leben oder einfach nur neugierig auf ein neues? Was ist es, dass die Bahn eines Sterns sie völlig aus der gewohnten Bahn wirft?

Ob sie hungrig sind nach Abenteuern oder einfach so verzweifelt, dass es nur besser werden kann? Sind es mutige Menschen oder haben sie einfach die eigene Behaglichkeit satt. Alles, was sie erreicht haben, tauschen sie gegen ein Ziel in weiter Ferne ein. Geben ihren Freundeskreis auf, um vielleicht, vielleicht nur (!), andere Suchende zu finden.

Was treibt sie an, dass sie in den Nächten keine Ruhe finden, sondern immer wieder in den Himmel schauen - oder zu dem, der über allen Sternen wohnt.

Sie folgen dem Stern und dem inneren Kompass. Spüren, dass sie etwas Großem auf der Spur sind. Finden andere Suchende, Weggefährten, die unerlässlich sind an den Weggabelungen des Lebens, in sternlosen Nächten voller Fragen und Zweifel.

Aufgeben ist keine Option, selbst dann nicht, als sie ihre Orientierung verlieren und die Suche unterbrechen. Als alles auf sie einredet:

„Mensch, was sucht ihr denn weiter. Der Weg ist doch das Ziel. Und überhaupt: Jetzt ist es genug. Ihr habt euren Spaß gehabt. Jetzt kommt mal zurück in die Normalität.“

So reden die, die mit sich und der Welt zufrieden sind, mit drei Mahlzeiten am Tag und nachmittags Kaffee und Kuchen… Die wissen es natürlich besser, wissen ganz genau, wo man zu suchen hat. Können sich nicht vorstellen, dass das Leben auch für sie mehr zu bieten hat.

Doch die, die schon einmal aufgebrochen sind, spüren das Unbehagen all der Beschwichtiger. Und sie spüren mit jedem Tag mehr, wie das eigene Unbehagen wächst. Schließlich brechen sie erneut auf, schütteln den Staub aus den Kleidern und die Trägheit aus den Gedanken, um noch einmal dem Stern zu folgen - wohin auch immer.

Doch je näher sie dem Ziel kommen, umso kleiner werden die Schritte, umso unsicherer wird ihr Gang.

Lohnt dieses Ziel den langen Weg und all die Strapazen, die sie auf sich genommen haben?

Wie groß haben sie sich die Zukunft ausgemalt und wie anders sieht das aus, was sie vorfinden werden. Ein Neugeborenes in einem kleinen Stall.

Ob sie einander die Enttäuschung ansehen? Was sollen sie zu Hause groß erzählen, wo ihr Glück, das ihr Herz berührt, so winzig ist - kaum mit Händen zu greifen.

Obwohl: Kann es überhaupt etwas Größeres und Schöneres geben, als im Herzen berührt zu werden?

Erinnern Sie sich noch daran, wann Sie zum letzten Mal etwas wirklich berührt hat?

Vielleicht war es auch etwas ganz Kleines, für andere Menschen scheinbar Unbedeutendes, mit dem Gott ihr Herz berührt hat.

Und wofür sich der lange Weg der Suche gelohnt hat.

 

Viel Freude beim Nachspüren wünscht ihnen

Ihr Heinz-Bernd Meurer aus Velbert.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen