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Kirche in WDR 5 | 01.10.2019 | 06:55 Uhr

Tag des Kaffees

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer, am Tag des Kaffees. Es ist ja kaum zu glauben, aber unter all den vielen Gedenktagen, die es so gibt, gibt es auch den Tag des Kaffees am 1. Oktober, also heute. Und ich finde, das köstliche und eigentlich auch kostbare Getränk hat deshalb heute Morgen ein paar Gedanken verdient.

Vor kurzem bekam ich fair gehandelten Kaffee aus Kaffa geschenkt. Erst seitdem weiß ich, dass der Name Kaffee wahrscheinlich von der Region Kaffa in Äthiopien stammt, wo heute, wie seit Jahrhunderten, der Kaffee im Wald unter Bäumen wächst und geerntet wird. Kaffee gedeiht nur in tropischen und subtropischen Gebieten. So weist uns jede leckere Tasse Kaffee auf die Bedeutung des globalen Handels hin. Kaffee, Tee, Gewürze, Bananen und vieles andere können wir nur genießen, weil all das unter südlicher Sonne gedeiht, dort von Menschen angebaut und geerntet wird und schließlich über lange Transportwege zu uns gelangen kann. Dabei sind wir in den nördlichen Ländern die Hauptprofiteure dieses globalen Handels. Von unserem Kaffeepreis etwa gehen nur 5% an die Kaffeebauern und weitere 8,5% an die Plantagenbesitzer. Mehr als 86% bleiben hier in Deutschland für Händler, Röster, den Einzelhandel und den Staat, der ordentlich an Zöllen und Steuern verdient.[1] Das bedeutet, dass es in den südlichen Ländern nur eine geringe Wertschöpfung gibt. Kein Wunder, dass die armen Länder deshalb arm bleiben.

Besser sieht es bei fair gehandeltem Kaffee aus. Da gehen fast 30 Prozent an die Kaffeebauern.[2] Der faire Handel ist vor 50 Jahren durch christliche Eine-Welt-Gruppen entstanden. Sie haben sich nicht mit der Ungerechtigkeit in der Welt zufriedengegeben, sondern – angeregt von der Botschaft Jesu – ein Instrument geschaffen, das den Armen in den südlichen Ländern zugutekommt. Sie haben die Menschen hinter den Produkten und Handelsketten gesehen. Aus kleinsten Anfängen hat sich durch großes ehrenamtliches Engagement vieler Christen mittlerweile eine wirtschaftlich bedeutende Alternative im Handel entwickelt. Ich kann nicht vergessen, wie mir ein kleiner afrikanischer Kaffeebauer vor Jahren begeistert von den Vorteilen des fairen Handels erzählt hat. Er sagte: „Fairer Handel gibt unseren Familien ein ausreichendes Einkommen und fördert durch die Entstehung von Genossenschaften die Entwicklung des ganzen Dorfes. Er ermöglicht uns eine umweltfreundlichere Erzeugung und schafft Arbeitsplätze, die bei uns dringend benötigt werden.“[3]

Wenn ich heute am Tag des Kaffees meine Tasse Kaffee genieße, werde ich an die Menschen denken, denen wir den Kaffee verdanken. Und auch an den, dem wir die herrlichen Kaffeefrüchte überhaupt verdanken, an Gott, der das alles geschaffen hat. Die Christen haben aus ihren jüdischen Ursprüngen das Tischgebet übernommen, in dem Gott als Schöpfer für die Früchte der Erde gedankt wird. Für mich wird heute mal der Kaffee im Mittelpunkt des Dankens stehen.

Ihnen allen einen guten Tag!

Weihbischof Stefan Zekorn, Münster


[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kaffee#Handel_2 [2] https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/kaffee-kaffeebauern-verdienen-schlecht [3] Vgl. a. https://de.wikipedia.org/wiki/Fairer_Handel#Weltbank

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