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Sonntagskirche | 21.02.2021 | 08:55 Uhr

Tagesfrage

Guten Morgen,

gibt es das auch in Ihrer Familie oder Partnerschaft? Da gibt es bestimmte Abläufe, Rituale, die keiner Erklärung bedürfen.

Abläufe, Wörter und Handlungen, die immer wiederkehren.

Ein Signal und schon wissen Sie, was als nächstes passiert.

Welche Fragen gestellt werden und mittlerweile nur noch still gestellt werden, weil sie immer wieder kommen.

Im normalen Alltag erlebe ich das ganz oft.

Da ruft meine Frau: „Das Altpapier ist voll!“

Und ich weiß genau, was sie meint: „Der Altpapierkorb ist voll und müsste nach unten gebracht werden.

Der Inhalt müsste in die Altpapiertonne. Kannst du das bitte übernehmen?“

Stattdessen kommt bloß: „Das Altpapier ist voll!“

Ein Gespräch, das mittlerweile nur noch aus vier Wörtern besteht:

Das Altpapier ist voll!

Eine Kommunikation, die mittlerweile nur noch aus einem Wort besteht und gleich einen ganzen Fragenkatalog beinhaltet, ist in unserer Familie die so genannte „Tagesfrage“. Bedeutet: Was gibt es heute Abend zu essen?

Was ist noch im Kühlschrank? Oder, wer kauft ein und kocht

Ein immer wiederkehrendes Ritual. Ein Wort stößt gleich eine Frage, eine Antwort, eine Entscheidung an, alles nur mit einem einzigen Wort. Da ruft einer von uns nur das Wort „Tagesfrage!“ durch die Wohnung. „Tagesfrage“ und alles ist gesagt. Kein Wörtchen mehr!

Gibt es das bei mir und Gott auch? Ein Wort und alles ist gesagt?

Die Beschreibung, eine Bitte und die Lösung.

Mir geht das in vielen kleinen Dingen so.

Wenn mich etwas freut, mich glücklich und zufrieden macht, dann rede ich mit Gott.

Das können manchmal ganz simple Dinge sein.

Letztens bin ich mit meinem Sohn über eine Autobahnbrücke gefahren. Unter uns ein stark bewaldetes Tal und dazu ein toller Sonnenuntergang. Das ganze Tal war hellorange. Fast schien es, als würde der Wald unter uns leuchten. Danke!

Eigentlich wollte ich noch sagen: Danke, für diesen wunderschönen Blick, danke für dieses irre Naturschauspiel. Gott, das hast du ganz klasse hingekriegt.

Danke. Da gibt es gar kein langes Gespräch zwischen Gott und mir, nein, nur ein Wort und alles ist gesagt. Wir verstehen uns fast ohne Worte.

Wir Menschen verstehen uns auch oft ohne Worte.

 

Manchmal geht es uns so im Alltag. Wir blicken uns an und wissen, wie der andere sich fühlt, was er gerade denkt. Alles fast ohne Worte. Manchmal reicht ein Blick in die Augen und es ist alles gesagt, mehr als in einem Gespräch. So eine Beziehung tut mir gut, sie stärkt. Ich freue mich, wenn Menschen wie Gott in mich hineinblicken können und wenn wir gemeinsame Rituale haben, die eingespielt sind.

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an (1. Samuel 16,7).

Und manchmal reicht vielleicht auch nur ein Wort: „Danke!“

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag!

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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